Der Geldsegen für die Stadt Solothurn und Zuchwil – ein fast zweistelliger Millionenbetrag – ist kurz vor der Fusionsabstimmung am Sonntag bekannt geworden. Auf Nachfrage haben beide Gemeindeoberhäupter das Top-Rechnungsergebnis 2015 ungewohnt früh eingeräumt. Wohl in der Hoffnung, damit das Hauptargument der Fusionsgegner abzuschwächen: Solothurn müsste bei einem «Ja» einen Gutteil seines Vermögens im Zuchwiler Schuldenberg «verlochen». Zweites Argument: Der Steuerfuss in Solothurn dürfte mit einer Fusion tendenziell eher ansteigen als gleich bleiben. 

In diesem Punkt dürfte es eine Entwarnung geben: Mit den unerwarteten Zusatzmillionen wird ein Beibehalten des Stadt-Steuerfusses von 115 Prozentpunkten bei natürlichen Personen absolut realistisch. Und Kurt Fluri scheint nicht abgeneigt, im Fusionsfall noch das Zückerchen einer wohl vorübergehenden Steuersenkung nachzureichen, ehe es 2018 um den «echten» Steuerfuss für «Neu-Solothurn» ginge.

Dagegen wäre die Situation der Stadt bei einer Nicht-Fusion nüchtern betrachtet glänzend: Sie bräuchte nicht immer noch die Hälfte des Eigenkapitals von über 30 Mio. Franken zur Schuldentilgung Zuchwils. Und könnte nachhaltig jahrelang den Steuerfuss um 5 auf noch 110 Prozentpunkte senken.

Mehr mit dem vom Stadtpräsidenten oft bemühten «Kaffeesatzlesen» hat aber die Fusion zu tun: Zuchwils Steuerertrag beruht weit stärker als der städtische auf juristischen Personen. Und da drohen dunkle Wolken am Wirtschaftshimmel sowie die Unternehmenssteuerreform III. Restrisiken, die den Blick in den Kaffeesatz zusätzlich trüben könnten.