Stadtbummel Grenchen

Shakespeare-Bonmots für Grenchen

Blick auf die Stadt Grenchen

Blick auf die Stadt Grenchen

Passt William auch zu Grenchen? Vor wenigen Wochen freuten wir uns über die mit Zahlen untermauerte Nachricht, Grenchen sei die sicherste Stadt im Kanton.

Passt William auch zu Grenchen? Vor wenigen Wochen freuten wir uns über die mit Zahlen untermauerte Nachricht, Grenchen sei die sicherste Stadt im Kanton. Statistiken können auch irreführend sein. Ein Beispiel? Setzte man die Anzahl der Tötungen ins Verhältnis zur Einwohnerzahl, würde die Aargauer Gemeinde Rupperswil gemeinsam mit drei südamerikanischen Städten zu den vier gefährlichsten Orten der Welt gehören. Auch unsere Freude über die Auszeichnung «sicherste Stadt» wurde schnell getrübt. Drei Männer überfielen an einem Freitag zur Mittagszeit das zentral gelegene Goldschmied-Atelier Leuenberger. Die Räuber scheuten weder Rushhour noch Tageslicht. Das war früher anders. Ich erinnere mich, wie ich als kleiner Knirps vor fast fünfzig Jahren die süssen Esswaren bewundernd an der Bäckerei Beyeler vorbeischlenderte, wo sich heute das Reisebüro Kuoni befindet und auf heftig diskutierende Leute stiess. Die Menschen starrten ungläubig auf das grosse Loch in der Hauswand zwischen Bäckerei und Bijouterie Maegli. Einbrecher hatten in der Nacht die Backsteinwand zum Bijouteriegeschäft in mühsamer Handarbeit eingeschlagen und den Schmuckladen leergeräumt. Gerade unverschämt wirkte die auf einem Zettel hinterlassene Nachricht, die Diebe würden sich bei der Bäckerei für die leckeren Süssigkeiten bedanken.

Die Wasserstadt in Solothurn darf nicht gebaut werden. Ein Anfang März veröffentlichtes Rechtsgutachten stoppt die Initianten. Das Ergebnis des Gutachtens schien schon länger bekannt zu sein. Wieso diese Zurückhaltung in Sachen Information? Fürchteten die Ambassadoren, die Uhrenstädter würden diese Geschichte als Fastnachtsujet verwenden? Trotzdem, die zunehmende Tendenz, Verantwortung wichtiger Fragen Gutachtern zu übertragen, ist keine gute Entwicklung. Doch wie schrieb einst der begnadete Dramatiker William Shakespeare? «Beklage nicht, was nicht zu ändern ist, aber ändere, was zu beklagen ist».

Grenchner klagen oft über die mangelnde Vertretung im Kantonsrat. Liesse sich das ändern? Wären die Wahlchancen grösser, wenn man vermehrt Personen suchen würde, die nicht die klassische Ochsentour über Wahlbüro, Kommissionen und Gemeinderat gewählt haben? Personen, die sich durch ihre Persönlichkeit, ihre Arbeit auszeichnen? Das würde bedeuten, die Parteistrategen müssten die gefärbte Parteibrille weglegen, sich auf gemeinsame Kandidaten einigen und damit den Weg zu einer starken Vertretung Grenchens in wichtigen kantonalen Gremien ebnen. Das mag utopisch klingen, doch wie sagte Shakespeare treffend? «Ein jedes Ding muss Zeit zum Reifen haben». Vielleicht fragen Sie sich, was Shakespeare im Stadtbummel zu suchen hat? Heute jährt sich sein Todestag zum 400. Mal und viele seiner Zitate passen immer noch gut zu uns.

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