Kommt es zum Eklat? Kriegstetten steigt aus dem Vertrag mit den beiden Schulpartnern Halten und Oekingen aus. Es ist offensichtlich, was damit bezweckt wird: Druck aufbauen und die störrischen Nachbarn endlich zur Räson zwingen. Ob die Methode verfängt, ist zu bezweifeln. In Oekingen, wo Selbstbestimmtheit und direkte Demokratie hochgehalten werden, dürfte dieses Vorgehen schlecht ankommen.

Die Diskussionskultur zwischen den drei Gemeinden wird durch die Provokation aus Kriegstetten weiter vergiftet. Die einseitige Vertragskündigung ist Ausdruck des wieder erstarkten Selbstbewusstseins dieser Gemeinde. Sie will sich als Zentrumsort positionieren, um als Lokomotive ein Züglein von kleineren Kommunen im mittleren Wasseramt anzuführen. Doch die Nachbarn mögen ihre Wagen nicht ankoppeln. Sie fahren lieber auf ihrem eigenen Gleis als sich einem streitbaren Dorfvorsteher auszuliefern, der schnell denkt und ebenso handelt.

Lange ist es nicht her, da wollten Halten, Oekingen und Kriegstetten eine Fusion prüfen. Vernünftige Argumente dazu gibt es genug. Das Siedlungsgebiet ist zusammengewachsen, man arbeitet bereits eng miteinander, Dienstleistungen könnten verbessert und das politische Gewicht gestärkt werden. Doch eine Fusion kann nicht einfach verordnet werden. Sie muss von unten wachsen. Das brüske Vorgehen von Kriegstetten macht diesen Prozess zunichte. Zusammenarbeit im Schulbereich ist der Nährboden, auf dem ein kollektiver Gedanke kleiner Kommunen gedeihen kann. Ist sie erst einmal zerschlagen, ist eine Fusion für lange Zeit vom Tisch.

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