Die Ankündigungen folgen sich Schlag auf Schlag: Austrittsgelüste von Kriegstetten, Aeschi und Bellach aus ihren jeweiligen Schulkreisen. Gemach. Noch müssen Gemeindeversammlungen absegnen, was Gemeinderäte ausgeheckt haben.

Die Kosten für die Bildung sind enorm hoch. Anpassungen an ungesunde
Entwicklungen oder Systemänderungen sind schwierig. Den Gemeinderäten sind mit den Zusammenschlüssen die Hände gebunden. Änderungen brauchen viel Geduld und Kompromissbereitschaft und manchmal verhindert ein Paragraf eine Lösung. Also versuchen es nun einige Gemeinderäte mit der Brechstange.

Wer soll es ihnen verübeln? Sie sind dem Souverän verpflichtet und müssen mit dem Steuergeld haushälterisch umgehen. Wenn es, wie in Bellach, um eine halbe Million Franken geht, muss ein Gemeinderat aufpassen, dass umgekehrt nicht sein Souverän vor der Türe steht und die Subvention der reichen Nachbargemeinde kritisiert.

Statuten sollen verhindern, dass eine Gemeinde in einem Schulkreis die anderen dominiert. Solche Statuten entstanden, damit alle Gemeinden an Bord eines Schulkreises kommen. Aber sie regeln nicht alle Ungerechtigkeiten, mögen Letztere noch so schreiend sein. Da bleibt als letzte Verhandlungswaffe nur der Austritt. Es ist aber anzunehmen, dass es bei Drohgebärden bleibt, oder nach einem Austritt schnell wieder ein neuer Vertrag ausgehandelt wird – wenn die gewünschte Lösung erzielt wurde. 

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