Mit dem Entscheid, dass die Deutschpflicht auf dem Pausenplatz rechtlich nicht standhält, setzt der Regierungsrat ein deutliches Zeichen. Und zwar in erster Linie gegen das Vorgehen des Egerkinger Gemeinderats. Denn wieder hapert es, wie schon beim Steuerpranger, an der rechtlichen Grundlage. In den Ausführungsbestimmungen einer Schulordnung könne dies nicht geregelt werden, sondern nur in der Schulordnung selbst.

Damit gibt die Regierung Franziska Roth Recht, welche die Aufsichtsbeschwerde eingereicht hat. Und Egerkingens Gemeinderat muss nun zurückrudern. Ein weiteres Mal. Dass das freisinnig dominierte Gremium dabei eine so urliberale Vorstellung wie die Sprachenfreiheit ritzen wollte, darf man ruhig als Widerspruch in sich bezeichnen.

Ob eine Deutschpflicht unter Einhaltung der korrekten rechtlichen Form eingeführt werden könne – vor solch einer Beurteilung drückt sich die Regierung. Eine klare Ansage hätte da gutgetan. Denn nun könnte Egerkingen trotzdem versuchen, den Deutschzwang in der Schulordnung und damit rechtlich am korrekten Ort zu verankern.

Daraus aber abzuleiten, so wie es Johanna Bartholdi macht, dass der Regierungsrat die Sache im Grundsatz ähnlich sieht, ist verwegen. Die Regierung hütet sich einzig und allein vor einer klaren Stellungnahme bezüglich der Deutschpflicht auf dem Schulareal.