Persönlich

Rappenspalter

Tagtäglich Franken umdrehen?

Tagtäglich Franken umdrehen?

Keine Ahnung warum, aber neulich bin ich beim Schäfchenzählen auf die Sache mit dem Frankenumdrehen abgeschweift. Es wurde eine schlaflose Nacht.

Es ist ja gängige Lehre in der Politik, dass namentlich jeder einzelne Steuerfranken zweimal umgedreht werden muss, bevor man ihn (dann doch) ausgibt. Allein für den Kanton Solothurn sind das jedes Jahr rund eine Milliarde Stück. Rechnet man mal grosszügig mit drei Sekunden, die es dauert, um einen Franken zweimal umzudrehen, macht das also drei Milliarden Sekunden oder gut 833'000 Mannstunden.

Demnach müssten gegen 400 Staatsangestellte tagein, tagaus mit dem Frankenumdrehen beschäftigt sein.
Mir ist nicht bekannt, welche Qualifikationen dafür gefordert sind, die Funktion des Frankenumdrehers ist auch in keiner Lohntabelle zu finden. Aber ich würde schätzen, die ganze Übung verursacht locker Personalkosten von 40 Millionen. Allein in der kantonalen Verwaltung, die ebenfalls umzudrehenden Gemeindesteuerfranken kommen ja dann noch dazu.

Wie gesagt, ich fand in jener Nacht nicht mehr zum Schlaf. Aber mir wurde klar: Es braucht ein Umdenken, diese Rappenspalterei können wir uns ganz einfach nicht mehr leisten.

urs.moser@chmedia.ch

Autor

Urs Moser

Urs Moser

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