Die Solothurner Industriefirmen sind gefordert – mehr denn je. Nicht nur der starke Franken, sondern auch die lahmende Konjunktur in Europa, die Abschwächung der Konjunktur in China, die zahlreichen politischen Brennpunkte sorgen für Verunsicherung. Direkt oder indirekt leiden darunter die exportabhängigen Unternehmen. Nicht nur die derzeit gebeutelte Uhrenbranche, sondern die gesamte Industrie.

Denn es kommt hinzu, dass der starke Franken auch das Inlandgeschäft unter Druck setzt. Die Schweiz wird interessanter für ausländische Anbieter, weil sie wechselkursbedingt günstiger anbieten können. Das bekommt der Bellacher Busbauer Hess explizit zu spüren. Grossaufträge der öffentlichen Hand gehen regelmässig an Volvo, Mercedes oder Van Hool. Das ist die Kehrseite der Globalisierung. Sie kennt keinen Heimatschutz mehr.

Um im Kampf mit den Giganten bestehen zu können, bleibt Hess als vergleichsweise kleine Unternehmung nichts anderes übrig, als mit Qualität und wegweisenden Entwicklungen zu agieren. Das machen die Bellacher ziemlich gut. Sei es jüngst mit dem Doppelgelenk-Trolleybus mit Batteriehilfsantrieb oder eben jetzt der mit ABB hartnäckig bis zur Bestellung entwickelte oberleitungsfreie Elektrobus.

Nur so ist zu erklären, warum die 1882 gegründete Familienunternehmung als einziger Schweizer Bushersteller überlebt hat. Pfiffig und klug behauptet man sich in einem von wenigen Grossen dominierten Markt. Die Bellacher stehen stellvertretend für viele andere Industriefirmen.