Da ist der wohlklingende Name nur vordergründig Programm: Beneficentia (lateinisch für Wohltätigkeit) heisst die Firma, die dem Benediktinerkloster Mariastein gehört und das Kurhaus Kreuz betreibt. Doch von Wohltätigkeit scheint da nicht primär die Rede. Die Mitbrüder nehmen den letzten verbliebenen Schwestern, die im Kurhaus Kreuz logieren, 1240 Franken pro Zimmer und Monat ab. Macht satte 15'000 Franken Miete pro Monat. Beim Geld hört die Bruderliebe offenbar auf. Es wird knallhart mit (mindestens) ortsüblichen Mieten gerechnet.

Zockt Mönch Nonne ab? Dahinter steckt noch ein anderes Problem. Klöster und Kirchgemeinden haben grosse Liegenschaften. Aber immer weniger Gläubige, die sich darin bewegen. Und damit immer weniger Einnahmequellen. Die Zahl der Kirchenaustritte ist hoch. Tief ist die Zahl der Brüder und Schwestern, die in den Klöstern überhaupt noch im Erwerbsleben stehen. Eine Ära scheint sich dem Ende zuzuneigen. Aber die steinernen Gebäude überdauern. Derweil plant Kanton Solothurn gerade, die rund 12 Mio. Franken zu kürzen, die Firmen heute als Kirchensteuer an die drei Landeskirchen bezahlen.

Fehlende Einnahmequellen und grosse Gebäude: Das wird noch in manch einer Kirchgemeinde und manch einem Kloster für knallhartes Rechnen sorgen. Und bei den historisch wertvollen Gebäuden wird die säkulare Öffentlichkeit irgendwann unausweichlich zur Kasse gebeten. So wie jetzt schon die Franziskanerinnen in Mariastein.

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