Kommentar

Mitgegangen – mitgehangen

Solothurn Classics und Oper Schenkenberg – hätte man das Desaster kommen sehen müssen?

Solothurn Classics und Oper Schenkenberg – hätte man das Desaster kommen sehen müssen?

Ehrlich – man hatte es kommen sehen, dass das nicht gut geht: Die Kooperation zwischen der angeschlagenen Oper Schenkenberg und den defizitären Solothurn Classics. Im September 2015 wurde stolz verkündet, dass durch diese Partnerschaft jeweils eine Opernproduktion im Kanton Aargau und in Solothurn abwechselnd pro Jahr durchgeführt werde.

Im Jahr 2017 sollte das «Tosca» in Solothurn sein. Dieses Konzept sollte beiden Kooperationspartnern helfen. Wir wollten es glauben und hofften aufs Gelingen, denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Doch jetzt ist auch die Hoffnung gestorben, dass es im Solothurn der Nach-Arici-Ära florierende und prosperierende Opern-Freilichtaufführungen geben würde. Den Todesstoss gab der eben bekannt gewordene Konkurs der Oper Schenkenberg.

Eigentlich eine bestechende Idee, eine solche Kooperation. Aufwendungen für Helfer, Sponsoren, Infrastruktur, künstlerisches Personal, Administration und die Zuwendungen der öffentlichen Hand wären für jeden Standort auf ein erträglicheres Mass gesunken und das Publikum hätte sich nach einem Jahr Unterbruch sicher wieder begeisterter auf eine Freilicht-Oper gefreut.

Doch um diese Chance zu packen, hätten die Verantwortlichen «kleinere Brötchen backen müssen», als mit einer Millionenproduktion dieses Jahr in Brugg ein finanzielles Wagnis einzugehen. Das musste ins Verderben führen. Mit drin hängt nun auch der Partner.

Und damit ist eigentlich klar, dass die Solothurn Classics in die Geschichte eingehen werden. Auch wenn Peter Kofmel, ehemaliger Classics-Präsident und Noch-Präsident des Vereins «Freunde des Solothurn Classics» weiterhin auf Zweckoptimismus macht.

Eines sollte ihm und seinen Mitstreitern aber ein unmissverständliches Signal sein: Nur noch die Hälfte seiner Vereinsmitglieder haben dieses Jahr den Jahresbeitrag bezahlt.

Meistgesehen

Artboard 1