Es hätte ohne weiteres auch anders ausgehen können. Dass ein maroder Eisenbahntunnel, abseits der grossen Verkehrsströme, mit entsprechend dürftigen Frequenzen, für viele Millionen saniert wird – das ist ein Glücksfall. Entsprechend gross war am Dienstag das Aufatmen bei Politikern und Tourismusverantwortlichen als das Bundesamt für Verkehr die Frohbotschaft kommunizierte.

Da spielte es auch keine Rolle mehr, dass die anvisierte Betriebsdauer von 50 Jahren und der Kostenrahmen von 170 Million Franken jeweils um die Hälfte reduziert wurden. Hauptsache, die poröse Röhre wird nun stabilisiert und die Bahn rollt weiter.

Das engagierte und geschickte Lobbying der Solothurner Polit-Leuchttürme in Bern hat sich also ausbezahlt. Dabei wollen wir nicht verschweigen, dass ihnen der Reserveposten des Bahninfrastrukturfonds wesentlich in die Hände gespielt hat. Daraus kann die Sanierung nun berappt werden. Ohne dieses Geld wäre der Weissensteintunnel zum parlamentarischen Spielball geworden. Und dabei hätte ihm leicht die Luft rausgelassen werden können. Zu unrentabel, für Aussenstehende zu unbedeutend ist diese wenig bekannte Bahnverbindung durch den Berg.

So zuversichtlich die in Aussicht gestellten 85 Millionen Franken jetzt auch stimmen, sie stellen ebenso eine Verpflichtung und damit eine Herausforderung dar. Mit den wenigen Pendlern und den zufälligen Reisenden wird das hoffnungsvolle Projekt nicht zum Fliegen kommen. Gefordert sind Bahnbetreiber und Touristiker gleichsam.

Der künftige Juraexpress muss wesentlich offensiver über die unmittelbare Region hinaus vermarktet werden. Das Potenzial ist vorhanden. (Übrigens, liebe Solothurnerinnen und Solothurner des oberen Kantonsteils: Um nach Basel zu gelangen, kann man entspannt auch via Moutier reisen. Ein Beitrag gegen die mageren Frequenzzahlen).

 theodor.eckert@azmedien.ch