Kommentar

Messen ersetzt das Handeln nicht

«Die Idylle vom Nass, das bei uns sauber und «einfach so» aus dem Wasserhahn sprudelt, hat mehr als nur einen Kratzer erhalten.»

«Die Idylle vom Nass, das bei uns sauber und «einfach so» aus dem Wasserhahn sprudelt, hat mehr als nur einen Kratzer erhalten.»

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Grund- und Trinkwasser sorgen für Schlagzeilen. Die Idylle vom Nass, das bei uns sauber und «einfach so» aus dem Wasserhahn sprudelt, hat mehr als nur einen Kratzer erhalten: Vielerorts muss die Wasserversorgung neu organisiert, muss kontaminiertes Wasser mit solchem aus sauberen Quellen verdünnt und so «geniessbar» gemacht werden.

In der Politik ist der Handlungsbedarf zwar erkannt worden. So hat der Regierungsrat bereits im März 2018 den Aktions- und Massnahmenplan Pflanzenschutzmittel beschlossen, der gemeinsam mit dem Bauernverband und Naturschutzkreisen erarbeitet worden ist. Das Ziel ist ein zurückhaltenderer Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sowie Bioziden und damit die Halbierung des Risikos für Mensch und Umwelt.

Was an Giften bereits im Grund- und Trinkwasser angekommen ist, lässt sich nur mit riesigem Aufwand reduzieren. Die Losung muss deshalb zwingend heissen, es gar nicht erst zu Verschmutzungen kommen zu lassen. Gesagt ist dies schneller als getan. Zu rasch, zu oft und zu grosszügig haben wir bisher in den Giftschrank gegriffen: der Hobbygärtner – und erst recht der Landwirt. Die Resultate aus den neuen Messstellen dürften schon bald klarmachen, dass es mit guten Vorsätzen und Empfehlungen nicht gemacht ist und dass entschlosseneres Handeln – wie etwa das Verbot gewisser Spritzmittel – überfällig ist.

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