Das ist klar: Die Solothurner Städte werden nie zu Tourismus-Hochburgen wie etwa Luzern, Bern oder Zürich. Sie sind zu klein, liegen nicht an einem malerischen See und die Alpen sind nur bei guter Fernsicht sichtbar.

Trotzdem hat sich das Hotelgewerbe entlang dem Solothurner Jurasüdfuss sehr erfreulich entwickelt. Vergleichbare Städte wie Aarau, Lenzburg, Langenthal oder Liestal kommen nicht mal auf die Hälfte der Übernachtungszahlen von Solothurn und Olten. Haupttreiber ist zwar der wenig beeinflussbare Geschäftstourismus. Aber die Regionalzentren müssen sich als Destination für den Freizeittourismus nicht verstecken. Die Altstädte, das Kulturleben, die Nähe zum Jura und die gute Verkehrslage locken immer mehr Gäste an.

Das Hotelgewerbe ist aber kein Selbstläufer, sondern ein schwieriges Geschäft. So sind die Zimmer-Kapazitäten an Veranstaltungen wie Filmtage, Literaturtage oder Kabarett-Tage eher zu klein. Die grosse Herausforderung dagegen sind die Phasen ohne Grossevents und über die Wochenenden, wenn die Geschäftsleute nicht unterwegs sind.

Hier müssen die Hoteliers mit den regionalen Tourismusorganisationen noch enger zusammenarbeiten. Ein gutes Beispiel ist die Anbindung der Städte an die nationalen Velorouten. Das sorgt gerade über die Wochenenden für willkommenen Verkehr. Trotz Frankenstärke kann sich auch ein intensiverer Blick ins nahe Ausland lohnen. Das im Vergleich zu den Schweizer Hotspots tiefere Preisniveau bei uns dämpft die negativen Einflüsse. Kurz: Die Regionen müssen auf den touristischen Landkarten noch sichtbarer werden.

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