So richtig glücklich scheint in Mümliswil-Ramiswil niemand über die geplante Schliessung des Schulstandorts Ramiswil. Dies kam auch an der eigens einberufenen Infoveranstaltung vom Montagabend zum Ausdruck.

Vor allem zeigte sich, dass etliche Ramiswilerinnen und Ramiswiler die Angst umtreibt, dass niemand mehr in Ramiswil wohnen will, wenn nun auch die Schule nicht mehr im Dorf ist. Eine eigene Schule ist ein Standortvorteil, dies ist klar. Doch im Fall von Ramiswil ist die allfällige Schulschliessung nur ein Symptom, das zu Unrecht bekämpft wird. Denn die Klassen sind schlicht zu klein, um sie noch am Leben zu erhalten. Im vorletzten Jahr war gerade mal ein Kind neu eingeschult worden, es geht heute logischerweise mit den Kindern von Mümliswil in die Schule. Dass dies auch mit maximal sieben Schülerinnen und Schülern pro Jahrgang der Normalfall sein sollte, erscheint ebenso logisch.

Doch die Gemeinde Mümliswil-Ramiswil hat ein grösseres Problem: Sie gilt offenbar als zu wenig attraktiv, um etwa junge Familien ins Guldental zu bewegen oder dortzubehalten. Um dies zu lösen, darf sich Mümliswil-Ramiswil nicht einfach den Gegebenheiten im Thal hingeben. Vielmehr muss sie aktiv werden, um neue Einwohner anzulocken. Klar, dafür muss man auf die Hinterbeine stehen. Nur weil irgendwann eine Umfahrung in der Klus gebaut wird, kommen nicht plötzlich mehr Leute ins Guldental. Da muss mehr dafür getan werden. Ansonsten fahren die Schüler von Ramiswil dereinst mit dem Bus gleich nach Balsthal in die Schule.

philipp.felber@azmedien.ch