Vom 25. bis 29. Mai findet in Grenchen wiederum die mia statt. Die Stadt Grenchen hat sich im letzten Sommer die Markenrechte an dieser Ausstellung ja zurückgekauft. Als Messeleiter zeichnet wieder der Thurgauer Sandro Keller verantwortlich. Als Erstes hat er im Frühling seinen Ausstellern beschieden, dass an der nächsten mia Eintritt verlangt wird! Das gab viel zu reden. Langjährige Aussteller zogen sich zurück. Kopfschütteln allenthalben. Keller begründete den Entscheid: «Er dient alleine der Steigerung der Besucherqualität. Eine Messe lebt von der Kaufkraft der Besucher.»

Also liebe Grenchnerinnen und Grenchner: Herr Keller spricht uns also die nötige Kaufkraft ab, um die Durchführung der mia überhaupt zu rechtfertigen. Päng! Der «professionelle Messeveranstalter» aus dem Thurgau spricht seinen potenziellen Besuchern die Qualität (eben speziell die Kaufkraft) ab, die man für den Besuch einer solchen Ausstellung mitbringen müsste – so Keller. Mit dem Eintritt von 10 Franken können sich Erwachsene (Kinder 6 Franken) die nötige Kaufkraft «leisten». Vergessen hat er offensichtlich, dass die mia bisher von zahlreichen Familien besucht wurde – und dies mehrmals ...

Anscheinend ist Keller von seiner Idee nicht mehr so ganz überzeugt. Er hat – so seine Aussage – über 100'000 Gratiseintritte drucken lassen. Diese will er über seine Aussteller «unters Volk» bringen. In den letzten zwei Jahren waren es bestimmt nur knapp über 30'000 Besucher!

Ein Kommunikationstalent ist der Messeleiter auf jeden Fall nicht. Nur so kann man seine Kernbotschaft anlässlich der Medienorientierung werten. Er verstieg sich zu einer weiteren negativen Einschätzung der Besucher. Keller im Originalton: «Wer hier etwas zahlt, macht etwas falsch. Ich budgetiere publikumsseitig null Franken Einnahmen.»

Wir feiern jetzt gerade das Pfingstwochenende. Hoffen wir also auf ein «Pfingstwunder». Als solches bezeichnet man die in der Apostelgeschichte beschriebene wunderbare Fähigkeit der Jünger, in anderen Sprachen zu sprechen und andere Sprachen zu verstehen. Hoffentlich realisiert der Messeleiter, dass seine Botschaften verstanden werden müssen. Es gibt einen wichtigen Grundsatz in der Kommunikation: Wenn eine Botschaft nicht verstanden wird, liegt der Fehler beim Absender. Und eines steht fest. Die Post aus dem Thurgau war unverständlich und wirr.