Die Bauverwaltung ist auch nach der «Effibau»-Redimensionierung immer noch der grösste und am schwierigsten zu führende Laden der Stadt, mal abgesehen von der Schule. Dafür gibt es mehrere Gründe. Nicht nur ist es die einzige städtische Abteilung, der mit der Bapluk eine Kommission auf die Finger schaut und ihren Senf dazugibt. Das ist an sich schon bemerkenswert in einer Stadt, wo es weder eine Finanz-, noch eine Schulkommission gibt und die entsprechenden Abteilungen somit unbehelligt von Milizpolitikern vor sich hinwerkeln können.

Man weiss es: Bei der Stadtplanung im allgemeinen und beim Bauen im besonderen hat jeder seine Meinung und möchte diese auch einbringen. Die Bauverwaltung ist ein Spielball sondergleichen (nicht nur) politischer Einflussnahme. Nicht zuletzt in einer Stadt, die alles andere als fertig gebaut ist. Dass da fachliche Überlegungen oft hintanstehen müssen, machte schon Dragilas Vorgänger das Leben schwer.

Dass es die Stadtbaumeisterin bereits vor ihrem Karriere-Zwischenstopp in Grenchen selten irgendwo lange ausgehalten hat, mag jenen recht geben, die schon bei ihrem Amtsantritt als erstes sagten: «Wie lange bleibt sie wohl?» Das mag so sein. Passen tut das Kommen und Gehen im Stadtbauamt jedenfalls zum «amerikanischen Tempo», mit dem die Stadtchronisten Grenchen neuerdings apostrophieren. Schnelles Wachstum, tiefer Fall; neuer Tag, neues Glück. Dies in einem Biotop, wo jeder sein eigenes Ding vergleichsweise unbehelligt durchziehen kann. Das schätzen viele an Grenchen.

Die Frage ist natürlich, ob es auf der Bauverwaltung so bleiben soll. Vielleicht ist es ja gerade das Kalkül gewisser Kreise, dass dort keine starke Persönlichkeit die Zügel an sich reisst oder – Gott behüte - sogar seine eigene Agenda verfolgen könnte. Der Fussabdruck von «Wakkerpreis-Vater» Claude Barbey bleibt auch im Jahr 10 nach der Preisverleihung gross und ist schwer auszufüllen.

andreas.toggweiler@azmedien.ch