Sinkende Preise für landwirtschaftliche Produkte setzen den Schweizer Bauern zu. Wer an Grossverteiler liefern und daran etwas verdienen will, muss riesige Mengen produzieren. Doch auch Grossverteiler haben es nicht einfach: Sie versuchen, mit möglichst günstigen Lieferanten einen höheren Profit zu generieren – und dabei soll sich das Gemüse gefälligst ohne Schönheitsfehler im Regal präsentieren. Nur leider können insbesondere kleinere Betriebe nicht mit den tiefen Preisen mithalten.

Der Grossverteiler muss seine Regale füllen können, komme, was wolle. Deshalb werden auch 8000 Tonnen Äpfel aus dem Ausland importiert; solange der Vorrat reicht noch aus Frankreich und Italien. Spätestens ab März aus Chile und Neuseeland. Die Verträge wurden geschlossen, da waren die letzten Apfelblüten noch gar nicht abgefroren. Das Argument ist immer dasselbe: Niemand duldet Lücken im Regal. Die Schuld wird fröhlich weitergegeben und landet wie so oft beim Konsumenten.

Dieser ist damit beschäftigt, sich über Detailhändler zu echauffieren, die das Herkunftsland von Obst und Gemüse an den unmöglichsten Stellen deklarieren, damit man es als Konsument auch ja nicht findet. Man müsste eigentlich kein Ökofanatiker sein, um sich vor dem nächsten Einkauf eine Saisontabelle für Gemüse und Obst auszudrucken und zum Abendessen einen Kartoffelgratin und Rüeblisalat aus Schweizer Produkten zu kochen. Warum nicht sogar mit Gemüse aus einem Hoflädeli in der Region – von diesen hat es ja jetzt genug.

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