Stadtmarketing Grenchen

Kein Vollprogramm zum halben Preis

Standortmarketing in der Stadt Grenchen heiss diskutiert

Die Politik will beim Grenchner Standortmarketing Prioritäten, sagt aber nicht welche.

Standortmarketing ist in einer Stadt wie Grenchen, welche national ja nicht gerade als die attraktivste aller Städte gilt, sicher kein Luxus. Einiges gilt es ins rechte Licht zu rücken und Vorzüge, welche nicht gleich beim ersten Blick ins Auge fallen, zu thematisieren.

So ist denn die Dienststelle «Standortmarketing, Kultur und Sport» (SMKS) im Grenchner Stadthaus eine wichtige Abteilung, ohne Zweifel. Das zeigt sich auch darin, dass sehr viele wissen, oder zu wissen glauben, was gut für Grenchen sei. Entsprechend gross sind die Aufgaben welche das Team abdecken muss. Und jetzt sollte es sich auch noch einem Sparregime unterziehen. Das ist viel verlangt. Offenbar war das diese Woche auch dem Gemeinderat bewusst, als er einen Lagebericht von SMKS zu behandeln hatte. Die SMKS-Mitarbeitenden wurden mit Lob nachgerade überschüttet. Vor allem jene, die inzwischen wegen Überlastung gekündigt haben.

Ansonsten kam aber von der Politik leider keine Hilfe. Man müsse eben Prioritäten setzen, hiess es. Doch dieser «Man» ist eben die Politik, welche ihre Verantwortung jetzt auf das aktuelle Effizienzprogramm im Stadthaus abschiebt. Mit Verlaub: Auch Erbsenzähler können nicht kochen, wenn das Menü nicht bekannt ist.

Da macht man es sich etwas gar einfach. Wir verstehen zwar, dass in einem Wahljahr kein Politiker irgendeine Leistung abbauen will. Aber spätestens nach den Wahlen im Mai muss der Rat Farbe bekennen. Es geht nicht an, dass im Stadthaus Leute verheizt werden, weil man weiterhin das volle Programm will – womöglich noch zum halben Preis.

 andreas.toggweiler@azmedien.ch

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