Kommentar

(K)ein Meteorit vom Himmel

Über das Wochenende wurden die Massnahmen im Kanton Solothurn verschärft. (Symbolbild)

Über das Wochenende wurden die Massnahmen im Kanton Solothurn verschärft. (Symbolbild)

Wunder dauern manchmal etwas länger. Doch zuweilen fallen sie doch noch vom Himmel. Gestern Nachmittag war so ein Moment, da die Solothurner Regierung nach einer ausserordentlichen Sitzung eine spürbare Verschärfung der Coronamassnahmen mitteilte. Allüberall weniger Leute am gleichen Ort – Inkraftsetzung heute. Dies, nachdem das gleiche Gremium Tage gebraucht hatte, um Einigkeit in der Frage der Grossveranstaltungen zu finden.

Gewiss, wir haben die Massnahmen nicht ersehnt. Aber wir spürten seit Tagen und Wochen, dass das Unvermeidliche nahte. Umso besser, wenn das, was nun gilt, zugleich das Mildeste und das Schärfste an Massnahmen ist. Und uns binnen kurzem nicht noch viel Einschneidenderes droht, weil das Verordnete nicht verfängt.

Ein Innerschweizer Gesundheitsdirektor monierte jüngst zu Recht: «Wir haben es in den vergangenen drei Wochen verspielt.» Ja, so ist es. Die Regierungen auf Bundes- und Kantonsebene liessen wertvolle Zeit verstreichen, bis ihnen der Ernst der Lage das Unvermeidliche aufdrängte. Und das Lavieren mit den Experten endlich ein Ende nahm.

Die Frage muss erlaubt sein: Was, um Himmels willen, taten die Behörden in den Sommermonaten, um sich für den Herbst zu wappnen? Die zweite Welle fiel nicht wie ein Meteorit vom Himmel. Und ein Wunder ist sie schon gar nicht. Die Massnahmen leider sind es da schon eher.

balz.bruder@chmedia.ch

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Balz Bruder

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