Rücktritt

Kein einfacher Job

Christian Scheuermeyer tritt per Ende August 2017 zurück.

Christian Scheuermeyer tritt per Ende August 2017 zurück.

Kommentar zum Rücktritt des Solothurner FDP Präsidenten Christian Scheuermeyer.

Versucht hat er es, doch einen Nationalrat Christian Scheuermeyer hat es nie gegeben. Auch das Ziehen kleinerer Pflänzchen sollte dem gelernten Topfpflanzen- und Schnittblumengärtner aus Deitingen verwehrt bleiben. Mit Volkswahlen tat sich der 46-Jährige in der Vergangenheit schwer.

Erfolgreicher verlief seine Politkarriere dagegen in seiner Partei. Hier schaffte er die Wahl: 2009 wurde er Präsident der FDP des Kantons Solothurn. Nach zwei Legislaturperioden soll 2017 Schluss sein. Es waren keine einfachen Jahre. In einem seiner ersten Interviews sagte er: «Wir müssen uns besser verkaufen, damit die potenziellen Wähler merken, wie viel Gutes die FDP überhaupt leistet.»

Den Schneid abkaufen liess er sich in der Folge nie. Gleichzeitig war er offen für Neuerungen. So suchte er die Nähe einer BDP im Höhenflug, boxte gegen durchaus vorhandenen Widerstand die Mitgliederpartei durch und verbreitete Optimismus, wenn bei Wahlen die Bäume nicht in den Himmel wachsen wollten.

Nichts spricht dagegen, dass sich seine Bilanz auch nach den kantonalen Wahlen im kommenden März sehen lassen darf. Er ist als Lückenbüsser angetreten und wird als Stabilisator das Amt übergeben können. Schlange stehen wird man allerdings auch diesmal nicht.

Und wer weiss, vielleicht wird der Einsatz von Christian Scheuermeyer für seine Partei noch auf ganz besondere Weise belohnt: Mit einem späten Sitz im Kantonsrat – so er denn antritt. Beharrlichkeit jedenfalls zählte auch zu seinen Stärken.

Verwandtes Thema:

Autor

Theodor Eckert

Theodor  Eckert

Meistgesehen

Artboard 1