Der Befund des Bundesamtes für Umwelt ist zwar nicht alarmierend, aber bedenklich. Um die Wasserqualität im Limpach, einem 19 Kilometer langen Fluss im bernisch-solothurnischen Grenzgebiet, steht es nicht gut. Das Wasser weist grosse Mikroverunreinigungen auf. Für Fische ist es kein guter Lebensraum. Verursacht werden die Verschmutzungen zu einem guten Teil von Bauern, die das Land links und rechts des Flusses intensiv bewirtschaften.

Es würde zu kurz greifen, den Pestizid-Cocktail allein den Landwirten mit ihrer Chemiekeule anzulasten. Die Limpach-Ebene mit dem ausgeklügelten Entwässerungssystem ist ein Ausnahmegebiet. Dank der Melioration wurde das einst sumpfige Tal von Überschwemmungen und Seuchen befreit und in fruchtbares Ackerland verwandelt. Doch die Drainagen führen eben nicht nur Wasser ab, sondern leiten die Schadstoffe von den Äckern direkt in den Fluss – trotz sechs Meter Schutzdistanz.

Für Menschen sind die Pestizide zwar ungefährlich. Doch für die Artenvielfalt in unserer Umwelt ist es Gift. Deshalb muss die Politik dafür sorgen, dass der Einsatz von Chemie in der hochsubventionierten Landwirtschaft weiter reduziert wird. Der porträtierte Bio-Bauer zeigt, dass sich dank des Einsatzes von mechanischem Gerät und mit intelligenter Fruchtfolge Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit nicht ausschliessen müssen. Je weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, desto besser ist es für die Natur. Und dafür können wir alle, die als Konsumenten am Ende der Produktionskette stehen, etwas tun.