Wenigstens so viel war bisher bekannt: Der gute Rat eines vernünftigen, politisch sensiblen Regierungsrats wurde von zwei grosszügigen Pensionären und einer einfachen Kantonsangestellten in den Wind geschlagen, was dem Direktor der Solothurner Pensionskasse einen flotten, zusätzlichen Batzen im Portemonnaie bescheren soll.

Ein kleines, aber feines Vierer-Grüppli mit enormen Kompetenzen hat im Stillen entschieden. Und auch das ist nicht ganz ohne: Den brisanten Lohnsprung dieses Unterausschusses vom vergangenen Monat, dürften zumindest 11 Mitglieder der 15-köpfigen Verwaltungskommission aus den Medien erfahren haben. Nämlich diejenigen, welche am Gehalt ihres Direktors über drei Lohnklassen hinweg nicht mitgeschraubt hatten.

Doch damit nicht genug: Gestern Montag wurde bekannt, dass die im März 2016 festgelegte Lohnerhöhung rückwirkend ab 1. Januar 2015 greifen soll. Sie haben richtig gelesen – ab 1. Januar 2015. Sagen wir es einmal so: In dieser Angelegenheit überrascht inzwischen gar nichts mehr.

Was sagt eigentlich der begünstigte Pensionskassenchef zum ganzen Wirbel, der nebst der Politik längst die Menschen auf der Strasse beschäftigt? Keine Ahnung. Er ist auf Tauchstation gegangen.

Mit Fragen zu den Vorkommnissen konfrontiert, sprechen wenigstens die zwei verantwortlichen Lohnanheber. Allerdings immer nur zu Fakten, die ihnen vorgelegt werden und die sie nicht mehr unter den Tisch kehren können.

Was lernt der unbedarfte Beobachter aus diesem Schlamassel? Transparenz scheint im Milliarden-Laden Pensionskasse nicht Priorität zu haben. Zu existieren scheint weder ein Krisen- noch ein Kommunikationskonzept.

Wenn das in Zukunft nur gut kommt. Abgesehen davon, könnte es auch daran liegen, dass im überschaubaren Kanton Solothurn zu oft die gleichen Personen in wichtigen Gremien aufeinandertreffen – und ihnen dabei die nötige kritische Distanz abhandengekommen ist.