Sollen die Umstände der Tiertragödie von Boningen mit 16 toten Rindern verschleiert und das Drama raschmöglichst vergessen werden? Nein! Das sagt sich auch der grüne Kantonsrat Felix Lang (Lostorf), der im Hinblick auf die Debatte im Solothurner Kantonsrat seine Interpellation, die von der Regierung bereits schriftlich beantwortet wurde, mit weiteren brisanten Fragen nachrüstet.

Blättern wir zurück: Im Februar dieses Jahres fand auf dem fraglichen Hof in Boningen die letzte Tierkontrolle statt, und Ende Mai wurden die toten Tiere vorgefunden. Weil die beiden Ereignisse so nahe beieinander liegen, wurde die Vermutung laut, bei der Kontrolle sei geschlampt worden. Leserbriefspalten füllten sich mit Fragen und Forderungen: «Sind solche Beamte noch tragbar?» «Veterinärdienst gehört auch vor Gericht.» Und Felix Lang, seines Zeichens Präsident von Bio Nordwestschweiz, betont in seiner Interpellation: «Nach dem Fall Boningen muss die Glaubwürdigkeit des Veterinärdienstes wieder hergestellt werden.»

Inzwischen hat der Veterinärdienst seine Untersuchung abgeschlossen und gegen den verantwortlichen Bauern ein Tierhalteverbot auf unbestimmte Zeit ausgesprochen. Doch offen bleibt, ob der Veterinärdienst in diesem krassen Fall seiner Kontrollpflicht nachgekommen ist und sachgerecht gehandelt hat. Es geht tatsächlich um dessen Glaubwürdigkeit, aber auch um das Image der Landwirtschaft, namentlich um jenes der Tierhalter. Deshalb ist es richtig, dass schonungslose Transparenz gefordert und hergestellt wird.

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