Die schönsten Feste sind jene, die sich aus dem Moment heraus entwickeln. Die schlimmsten Feste sind jene, die nicht stattfinden, weil sich der Anlass zu festlichem Tun von einem Augenblick auf den andern verflüchtigt hat. Zugegeben, das kommt selten vor. Doch wenn es dann einmal passiert, schlägt es mit voller Wucht ein. Was für ein himmeltrauriger Moment, als sich die Aufstiegsträume der Aarauer Fussballer in Luft auflösten. Und sich die während Wochen und Tagen aufgebaute Vorfreude flugs in bodenlose Enttäuschung verkehrte.

Was für ein Wechselbad der Gefühle. An Auffahrt der Exploit in Neuenburg mit einer Stadionatmosphäre und Fankulisse, die man als Aarauer lange nicht gesehen hatte. Einerlei, dass die Stimmen der Hartgesottenen innerhalb von drei Tagen nicht wieder zum Klingen zu bringen waren. Es war ein elendigliches Gekrächze am Sonntag darauf. Der Rest ist Schweigen.

Immerhin: Sowohl Aarauern als auch Neuenburgern darf im Moment von grossartigem Sieg und grossartiger Niederlage eines attestiert werden. Weder die einen noch die andern befanden es für nötig, auf dem Weg einen Bahnhof-Shop auszuräumen und den Zug zu blockieren. So, wie es Solothurner «Fussballfans» Tage zuvor auf dem Heimweg von Biel in Grenchen vorgemacht hatten.

Bei aller Sympathie für das Gefrotzel zwischen Solothurnern und Grenchnern (und umgekehrt): Der in der Hauptstadt hinter vorgehaltener Hand kultivierte Satz, es sei zwar schon schlimm, wenn ein Laden geplündert werde, es sei aber schliesslich nur ein Grenchner Einkaufsgeschäft gewesen, macht die Sache nicht unbedingt besser, oder? Ganz abgesehen davon, dass kein Unrecht dieser Welt die Niederlage des FC Aarau aufzuwiegen vermag.

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