Gehen wir davon aus, dass die Erhebungen stimmen, dann sind in den grossen Städten der Schweiz die Katholiken und Reformierten zusehends in der Minderheit: In Basel, Genf und Lausanne ist es laut der «Schweiz am Sonntag» schon so weit, in Zürich würden die «Mehrheitsverhältnisse demnächst kippen.

Die Zeitung zitiert Theologen, die deshalb das Bild von einer «Entchristlichung» der Schweiz an die Wand malen. Logisch: Je kleiner der Anteil der Christen ist, desto gewichtiger wird der Anteil anderer Religionen in unseren Breitengraden. Die Kuchengrafiken in besagter Berichterstattung sagen alles: Das Kuchenstück der «Anderen» wird grösser und grösser.

Kein Wunder, dass besorgte Zeitgenossen, die um das christliche Abendland fürchten, alles daransetzen, gegen diese Entwicklung anzukämpfen. Nicht etwa damit, dass sie umso häufiger selber Gottesdienste besuchen.

Vielmehr hat das SVP-nahe «Egerkinger Komitee» bereits die Aufnahme eines Bauverbotes in unsere Verfassung durchgesetzt – gegen das massenhafte Überhandnehmen von Minaretten in unseren Dorf- und Stadtbildern.

Und bald werden die Stimmbürger mit einem Ja zu einer angekündigten Volksinitiative für ein Burka-Verbot einen weiteren Pflock gegen die galoppierende auch optische Islamisierung der Schweiz einschlagen können.

Doch halt! Stopp!: Die «Anderen» in der Kuchengrafik, das sind ja gar nicht alle nur Moslems, sondern vor allem viele, viele, viele Konfessionslose. Vielleicht müsste man das gelegentlich auch dem Walter Wobmann einmal schonend beibringen.

urs.mathys@azmedien.ch