Grenchen flimmert in die Schweizer Stuben. Nein, ein Werbefilm der einnehmenden Art war das beileibe nicht. Vom Hocker gerissen hat der Streifen allenfalls, wer sein negatives Bild von Grenchen zementieren wollte. Nun, selbst in Schrebergärten und auf Bocciabahnen am Jurasüdfuss sollte sich herumgesprochen haben, dass Dokumentarfilmer nicht mit rosaroten Farbkübeln und filigranen Pinseln unterwegs sind. Und so ist es gekommen, wie es kommen musste: Die Solothurner Uhrenstadt hat wieder einmal einen Schuh voll herausgezogen. Man könnte auch sagen, sie ist auf dem linken Fuss erwischt worden. Liebe Grenchner, gestattet uns, dass wir das Bild vervollständigen und dieses mit einem Gratistipp versehen: Passt nun einfach auf, dass ihr nicht auch noch mit dem rechten Bein in die Sch….. tretet.

Selbstverständlich könnt ihr tun und lassen wie ihr wollt – doch die Idee, im Nachhinein, nach wellenschlagender Ausstrahlung ein grosses Tamtam zu vom Zaun zu reissen oder gar mit rechtlichen Schritten gegen die zweifellos diskutable Dokumentation des Schweizer Fernsehens vorzugehen, ist weder besonders klug noch zielführend.

Selbstverständlich ist es ärgerlich, wenn sich Nicht-Grenchner als Grenchner unvorteilhaft vor der Kamera in Szene setzen, wenn explizit abschätzige Bemerkungen gegenüber Fremdem in den Vordergrund gerückt werden, wenn der Stadtpräsident bei all dem einen «verschüpften» Eindruck hinterlässt.

Tröstlich: Grenchen ist überall, man muss nur hinhören. Grenchen hat positive Seiten, man muss nur hinsehen. Grenchen wird den Film überleben, man muss ihn nur relativieren.

Grenchen wird Geschichten-Erzähler auch künftig magisch anziehen. Also, bitte weniger blauäugig agieren und nie wieder die dritte oder vierte Garde ans Piranha-Becken vorlassen.

theodor.eckert@azmedien.ch