Ginge es nach dem kantonalen Bau- und Justizdepartement, müsste auch in Zukunft auf dem geschützten Aare-Inseli Landwirtschaft möglich sein. Das Solothurner Verwaltungsgericht sagt aber Nein zu den Umbauplänen der Bauernfamilie Antener und heisst Einsprachen von Selzach und von Naturschutzverbänden gut. Eine bittere Pille für die Familie, hat sie doch in der Vergangenheit schon mit der Beschaffung ihrer neuen Fähre genügend einschlägige Erfahrungen mit Ämtern gemacht.

Schliesslich kam in dieser Sache alles gut; Regierungsrätin Esther Gassler liess sich gar dazu hinreissen, Gotti für die neue Fähre zu werden. Nun scheint es, dass gerade dieser Gotti-Dienst ein Bärendienst ist. Das kantonale Bau- und Justizdepartement wies letzten Oktober die Einsprachen gegen Anteners Ausbaupläne ab und entschied, die strengen Witi-Schutz-Auflagen sollten hier nicht gelten. Im Klartext: Es konnte doch eine Regierungsrätin nicht Fähre-Gotti werden und der Regierungskollege im anderen Departement stellt sich den Ausbauplänen auf dem Inseli entgegen. Nun dürfen Richter den «Schwarzen Peter» spielen.

Anteners wissen, dass sie Eigentümer eines sensiblen Fleckchens Erde sind. Solothurner Raumplaner und Naturschützer lassen in der Regel mit sich reden, wenn es darum geht, Wirtschaftlichkeit gegen Naturschutz abzuwägen. Dazu braucht es aber frühe Kommunikation zwischen den Parteien und ein Spiel mit offenen Karten. Diese Chance ist in diesem Fall schon lange vergeben und es bleibt nur noch die Hoffnung auf ein salomonisches Urteil des Bundesgerichts.

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