Stadtbummel

Fusionitis am Schalttag

Fusionieren scheint momentan beliebt zu sein (ausser in den Gemeinden Biberist, Luterbach und Derendingen natürlich).

Fusionieren scheint momentan beliebt zu sein (ausser in den Gemeinden Biberist, Luterbach und Derendingen natürlich).

Da haben wir ausnahmsweise mal einen 29. Februar und dann gleich einen politisch so bedeutenden: Wir Solothurner gehen an die Urne und es wird entschieden über ein mögliches «Solowil» oder «Zuchuthurn». Entweder ist also der Schalttag 2016 die Geburtsstunde einer bedeuten-den Fusion oder aber das Zu-GrabeTragen ebendieser Idee.

So oder so, das Fusionieren scheint momentan beliebt zu sein (ausser in den Gemeinden Biberist, Luterbach und Derendingen natürlich). Fusionen sind in – man kann quasi von In-Fusionen sprechen, womit wir beim Thema Spital angelangt wären: Da wurde in unserer Region das eine oder andere bereits zusammengelegt und zusammengespart. Aber das Feld ist weit:

Es könnten zum Beispiel das Marronihüsli von Solothurn und Olten fusionieren (hätte Olten noch eine – ginge es auch mit der Stadtpolizei) oder der «Rote Turm» könnte sich mit dem Zunfthaus zu Wirthen zusammentun, um ein Gegengewicht zur Genossenschaft Baseltor zu bilden. Oder der Hauptgassleist könnte mit den Hudibras-Chutzen fusionieren, um grösser als die Narrenzunft Honolulu zu sein.

Oder das Januarwetter könnte sich mit dem Maiwetter verschmelzen und dann gäbe es das, was wir momentan haben. Es gäbe durchaus noch mehr Ideen zum Thema Fusionitis.

Der Musikstil «fusion» (englisch, sprich «fiuschn») ist eine Mischung zwischen verschiedenen Richtungen (Funkrockjazz), also von allem etwas und nichts Richtiges. Ein Mischmasch halt. Steckt diese Bedeutung etwa auch im Wort «Fusion» drin? Natürlich möchte ich mich mit dieser Aussage nicht auf die kommende Abstimmung beziehen, denn die Meinung des Kolumnisten tut nichts zur Sache.

In dem Sinne entschuldige ich mich auch für den Gebrauch des Wortes «Fusionitis» im Titel, denn die Endung «-itis», welche ja auch in Wörtern wie Rachitis, Appendizitis, Hepatitis oder Parodontitis vorkommt, lässt auf nichts Gutes schliessen. Dies sind alles Entzündungen und daher nicht gern gesehen (ausser «Cellulitis»: keine Entzündung, aber ebenfalls nicht gern gesehen). Insofern möchte ich die Idee der möglichen Fusion zwischen Solothurn und Zuchwil natürlich nicht als Entzündung darstellen.

Aber die Befürworter des Zusammenschlusses sind durchaus Feuer und Flamme für diese Idee. Ob der eine oder andere Funke – zum Beispiel derjenige von Kurt Fluri – übergesprungen ist und sich im wahrsten Sinne des Wortes entzündet hat, werden wir am Sonntag sehen. Voilà.

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