Persönlich

«Film ab!» in der Cinecittà

Ben Hur lief im Cinecittà in Rom. (Archivbild)

Ben Hur lief im Cinecittà in Rom. (Archivbild)

Die Erinnerung ist zwar schon etwas verblichen, aber dennoch: Bei einem Rom-Besuch in fernen Tagen führten mich die Wege . . . ja, eben, nach Rom. Doch ich wollte etwas anderes sagen: Die Wege in Rom führten mich in die Cinecittà. Nur wenige Minuten von der Stazione Termini entfernt. Ein Mikrokosmos sondergleich. Schauplatz und Drehort so berühmter Filme wie «Ben Hur» oder «La Dolce Vita». Unverkennbar: Es war eine Zeit, da das Leben noch vor mir stand.

Regelmässig steigen diese Bilder in mir hoch, wenn sich in Solothurn die Filmtage ankünden. Klar, Solothurn ist nicht Cinecittà. Aber Solothurn ist Filmstadt. Für einige wenigstens einmal im Jahr – für jene, die dann zu Tausenden in die Schweizer Hauptstadt des Films pilgern. 365 Tage im Jahr für jene, die immer da sind und spüren, dass immer irgendwo in einer verwunschenen Ecke der Stadt ein Film läuft. Manchmal sichtbar, wenn einem die Filmtage-Macherinnen und -Macher in den Gassen begegnen. Manchmal unsichtbar, wenn Solothurn unvermutet etwas grössenwahnsinnig Cineastisches überkommt. Halb Kulisse, halb Realität.

Ja, und dann ist da noch die Sache mit dem Fluss. Da halte ich es eindeutig mit der Aare. Sie kommt eindeutig klarer daher als der Tiber. Auch im übertragenen Sinn. Die Aare ist klarer, der Tiber abgestandener. So wie die Filmtage etwas Frisches haben, sind die Studios der Cinecittà heute nur mehr billige Staffage für noch billigere TV-Produktionen.

balz.bruder@chmedia.ch

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Balz Bruder

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