Die Würfel sind gefallen: Die Solothurner FDP schickt Marianne Meister an der Seite von Remo Ankli in den Regierungsratswahlkampf. Damit steht fest: Die FDP will die 28-jährige Tradition des freisinnigen Frauensitzes in der Solothurner Regierung fortsetzen. Und die Chancen stehen gut, dass Marianne Meister die Volkswahl schaffen und mit den drei bisherigen FDP-Regierungsrätinnen Cornelia Füeg (1988 bis 1997), Ruth Gisi (1997 bis 2005) und Esther Gassler (2005 bis 2017) das freisinnige Frauenquartett komplettieren wird. Marianne Meister verfügt über Fähigkeiten und Erfahrungen, die ihr im Regierungsamt nützlich sein können – zum Beispiel als gestandene Familienfrau, als Gewerbefrau, als Kantonsrätin und als Gemeindepräsidentin.

Bei der Nomination hatte Marianne Meister wohl in der Schlussausmarchung gegen Anita Panzer die Nase vorn, weil sie über einen längeren Erfahrungshorizont verfügt. Weshalb kam kein Mann zum Zug? Dem politisch nicht mandatierten Kandidaten Frank-Urs Müller dürfte es ganz einfach an der notwendigen «Hausmacht» gefehlt haben. Peter Hodel ging leer aus, weil er seine Trumpfkarte als Chef der FDP-Kantonsratsfraktion nicht richtig einzusetzen vermochte und der regionale Bonus nicht ausreichte. Und Peter Brügger hatte als ältester Kandidat einen gewissen Nachteil, obschon sich die Jungfreisinnigen für ihn stark gemacht hatten.

Der gestrige Entscheid der FDP könnte einen gewissen Einfluss auf die heutige Nomination der SP haben. Denn die Sozialdemokraten können jetzt davon ausgehen, dass bereits eine Frauenkandidatur steht. Das könnte die Forderung nach einer Zweierkandidatur Frau/Mann beflügeln. Allerdings würde es der SP gut anstehen, wenn sie voll auf eine Frauenkandidatur setzte, um einer weiblichen Zweiervertretung in der fünfköpfigen Exekutive den Weg zu ebnen.

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