Persönlich

Endstation heut in La Plaine

La Plaine GE war Endstation.

La Plaine GE war Endstation.

Dass die Bundesbahnen in jüngerer Vergangenheit ausgesprochen in Geberlaune sind, war an dieser Stelle früher schon ein Thema. Und es wird immer besser: Ob Zufall oder nicht, in den vergangenen Tagen und Wochen fielen auf der Strecke, die ich täglich befahre, weder Züge aus, noch waren halbstündige Verspätungen zu verzeichnen. Gut, das eine oder andere Mal fuhr der Zug «wegen fehlenden Personals» etwas später ab. Oder er liess auf sich warten, weil er Verspätung «aus vorheriger Fahrt» – woher denn sonst?! – hatte.

Einen neuen Service habe ich diese Woche entdeckt: Als ich in Olten dem Zug entstieg, waren für dessen Weiterfahrt als nächste Ziele Aarau und Zürich angegeben – Endstation La Plaine. Nun, es war weder Sankt-Nikolaus-Tag noch Weihnachten, sondern schlicht der 17. Dezember. Immerhin aber ein Tag so gut genug, um sich beim imaginären Reiseziel La Plaine einen Moment lang einem kurzen Tagtraum hinzugeben.

Nun, der Bahnhof von La Plaine liegt auf Gemeindegebiet von Dardagny vor den Toren Genfs. Es gibt dort, im ehemaligen Müller- und Winzerort, ein hübsches barockes Schloss, einen Wasserlauf namens Ruisseau de Charmilles, das Künstlerhaus Leleux – und, in unmittelbarer Nähe des eben renovierten Banhöfleins, eine nette Boulangerie. Sie ist ab sofort «meine kleine Weihnachtsbäckerei». Danke, liebe SBB, für diese kurze Auszeit an einem Ort, der in der Fantasie noch schöner ist als in der Realität.

balz.bruder@chmedia.ch

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Balz Bruder

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