Jedem Schüler sein persönliches Tablet. Was in Solothurn gestern noch Vision war, ist heute Pilotprojekt und morgen Normalfall. One-to-one-Computing nennt sich das Prinzip. Was den Steuerzahler besonders freuen dürfte: Die gesamthaft 500 Tablets selbst belasten sein Portemonnaie nicht. Zur Verfügung gestellt werden die Geräte nämlich von Samsung. Der Elektronikriese will so in Solothurn und anderen Schulen einen Dienst zugunsten der Gemeinschaft leisten, zugunsten des sozialen und kulturellen Lebens. Corporate Citizenship nennt sich die Mission im wirtschaftlichen Fachjargon.

Hier wird also die Privatwirtschaft in Gestalt eines Global Players zum grossen Spender. Da gilt es, genauer hinzuschauen: Auch Samsung ist nicht durch karitative Engagements global und gross geworden. So offensichtlich das verborgene Motiv hinter dem Sponsoring ist, so unausgesprochen belässt es der Spender. Im Klartext: Die aufwachsende Generation wird als Konsumentenschaft auf diese Weise früh auf bestimmte Produkte getrimmt.

Dennoch arbeitet Samsung mit dem Wohltäter-Akt wohl nicht nur in die eigene Tasche, sondern vor allem in jene der ganzen digitalen Industrie. Denn die Inhalte der Zukunft sind je länger, je weniger abhängig von bestimmten Endgeräten oder Applikationen. Und so dürfte gerade für junge Anwender auch der Wechsel auf ein Konkurrenzgerät künftig kaum eine Hürde sein. Trotz allem hinterlässt das Tête-à-Tête zwischen Wirtschaft und Service public Skepsis. So ist es nicht falsch, diesem gesponserten Gaul gründlich ins Maul zu schauen.