Horriwil

Eine Kehrtwende, die Fragezeichen aufwirft

Das Zentrum von Horriwil.

Das Zentrum von Horriwil.

Das Horriwiler Dorfzentrum sorgt seit längerem für Diskussionsstoff.

 Heute liegt es in der Kernzone und damit auch in der Bauzone. Schon in der Diskussion um das räumliche Leitbild zeichnete sich ab, dass das Bebauen des Dorfzentrums ein sensibles Thema ist. In der Gemeinde gibt es nicht mehr allzu viel Bauland und die Lage mitten im Dorf ist privilegiert. Es gibt aber auch eine Gruppe von Horriwilern, die das Zentrum am liebsten als grüne Fläche bestehen lassen möchten. Deshalb hat der Gemeinderat das Dorfzentrum mit einer Planungszone belegt.

Seither wurde verhandelt und geplant. Dem Gemeinderat obliegt die Planungshoheit und so war er stets auf dem Laufenden. Deshalb erstaunen die letzten beiden Gemeinderatsprotokolle. Noch im letzten Sommer wurden ortsbauliche Leitlinien genehmigt, die Bauten mit Attika erlauben. Erst im Januar haben die Gemeinderäte aber offenbar realisiert, dass eine Attika ein Flachdach hat. Mit Verlaub – das erscheint wenig glaubhaft.

Noch mehr erstaunt das persönliche Votum eines einzelnen Gemeinderates, das wörtlich im Protokoll aufgenommen werden musste. Darin wird von einer unausgereiften Planung und von Zeitdruck für die Gemeinderäte gesprochen. Zusätzlich wird unterschwellig der Vorwurf erhoben, die Planerin, die die ortsbaulichen Leitlinien erstellt hat und die Arbeiten für den Gestaltungsplan begleitet hat, sei vom Investor, der bauen will, gekauft worden. Damit begibt sich der Gemeinderat auf sehr dünnes Eis.

Ein gewisser Zeitdruck ist tatsächlich vorhanden. Die Planungszone läuft nämlich im April 2017 aus. Der Gesamt-Gemeinderat tut deshalb gut daran, auf die sachliche Ebene zurückzukommen und seine Führungsverantwortung wahrzunehmen. Sonst könnte passieren, was sicher am wenigsten wünschenswert ist: Dass die ganze Arbeit nämlich für die Katz war.

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