Die Vereinigung, die sich seit Kurzem für den motorisierten Verkehr im Kanton einsetzt, heisst «Strasse Solothurn». Nun lässt sie das erste Mal von sich hören. Der Vorsitzende von «Strasse Solothurn» ist der abgewählte alt Nationalrat Roland Borer. Für das ehemalige Aushängeschild der Autopartei ein sicherlich konsequenter und durchdachter Schritt. Weniger durchdacht und konsequent ist aber der Vorschlag, der bezüglich Sanierung der Industriestrasse in Egerkingen gemacht wird.

Wenig durchdacht: Die vorgeschlagene Verlagerung des Langsamverkehrs auf die Schotterstrasse entlang der Dünnern lässt eine Frage offen: Wer fährt mit dem Fahrrad vom Bahnhof zu seiner Arbeitsstelle im Industriegebiet und benutzt dabei eine Strasse, welche so weit weg liegt? Ein zu grosser Umweg, um als Lösung angenommen zu werden.

Inkonsequent: Gegen die Verbreiterung der Strasse scheint man nichts explizit einzuwenden; allerdings ohne an den Langsamverkehr zu denken. Denn so nimmt «Strasse Solothurn» die Landverluste in Kauf, aber nur der motorisierte Verkehr soll davon profitieren. Konsequent wäre, auf eine Verbreiterung dieses Ausmasses zu verzichten, denn für motorisierten Verkehr braucht es keine solch breite Strasse.

Eine Lösung für den Langsamverkehr muss auf diesem Strassenabschnitt gefunden werden, so viel ist klar. Verbreiterung ja, aber nur unter Einbezug des Langsamverkehrs. Durchdachteres und Konsequenteres dürfte man von einer Organisation, die von sich selbst sagt, sie suche nicht das «Gegeneinander von Behörden und Strassenbenutzern», dann doch erwarten.

philipp.felber@azmedien.ch