Haben Sie vor, werter Leser, am Wochenende die mia zu besuchen? Und sind Sie dabei zufälligerweise in Begleitung Ihrer Kinder? Dann müssen Sie den Ausflug zum Velodrome gut planen, weil sonst kommen Sie in Teufels Küche. Es fängt schon damit an, dass Sie sich frühzeitig um die nötige Anzahl Gratiseintritte kümmern müssen. Gut, der Veranstalter hat 100'000 davon drucken lassen, die nun im Umlauf sind. Das sollte doch bei weitem reichen, könnte man meinen.

Aber: Haben Sie zufälligerweise Beziehungen zu einem Weinhändler oder waren letztes Jahr Kunde bei einem Aussteller, der dieses Jahr wieder mit dabei ist? Dann empfiehlt es sich, das Altpapier nach Werbeprospekten zu durchforsten, denn vielleicht flattert Ihnen dann ein Gratiseintritt in die Hände.

Wenn nicht, müssen Sie bezahlen, denn die 100'000 Stück sind offensichtlich gut versteckt und liegen nicht auf der Strasse rum. Weiter müssen Sie sich überlegen, wie Sie zum Velodrome kommen. Mit dem Auto ist nicht zu empfehlen, weil Parkplätze sind rar – ein Umstand, an dem auch die Badigäste, die rein gar nichts mit der mia oder dem Rummelplatz am Hut haben, diese Woche wenig Freude hatten. Doch das nur nebenbei.

Zurück zum mia-Besuch: Sind Sie mit Ihrer Familie beim Velodrome angelangt, brauchen Sie gute Nerven.

Denn jetzt wird es richtig schwierig, jetzt kommt der Generationenkonflikt unter Umständen so richtig zum Tragen: Am Eingang steht:

Es gibt keinen Wiedereintritt!

Mit anderen Worten: Hat man einmal den Kontrollpunkt beim Messeeingang überschritten, gibt es nur noch den Gang nach draussen gratis. Ein zweites Mal wieder rein, weil die Kinder sich zwischendurch auf dem Rummelplatz vergnügen wollen, liegt nicht drin, es sei denn, Sie haben genügend Gratiseintritte gehamstert oder sind bereit, den Eintritt ein zweites Mal zu bezahlen.

Sie müssen sich also entscheiden, ob sie mit ihren Kindern den Rummelplatz vor oder nach der Messe besuchen, wenn Sie ein sparsamer Mensch sind – und die damit verbundenen Quengeleien ihrer Kinder aushalten können.

Sie haben kein Problem, wenn Ihre Kinder über 11 Jahre alt sind, dann können Sie und Ihr Partner, Ihre Partnerin die Messe besuchen und die Kinder können sich auf dem Rummelplatz austoben. Wenn Sie dann gemeinsam in der Bielerseestube bei Martin Fischli essen wollen oder sich und Ihren Kids bei BikeControl beweisen wollen, dass Sie im «Absteigerlis», wie man das früher nannte, immer noch ein Hirsch sind, bezahlen die Kids ihren Eintritt halt erst nach dem Rummelplatzbesuch. Dort haben sie ja sicher auch schon eine Menge Münz liegen lassen.

Schwieriger wird es, wenn Sie kleinere Kinder haben, denn die sind höchstwahrscheinlich weniger scharf auf Whirlpools, Garten- und sonstige Möbel, Wein- oder Spirituosen oder andere Aussteller. Aber vielleicht auf die KinderErlebnisWelt, auf Zeichnen und Tattoos, speziell für Kinder. Oder auf den Zauberer und Bauchredner, auf Globi & Wendolina oder auf eine der vielen Überraschungen am Kinder- und Familientag, den die mia am Sonntag zusammen mit der SWG durchführt.

Aber sie sind garantiert auch scharf auf Karussell und Luna-Park. Immer und immer wieder. Kinder unter 11 Jahren kommen aber nur in Begleitung Erwachsener gratis ins Messegelände. Also gilt es auch hier, vorgängig eine generalstabsmässige Planung durchzuführen, was man wann und wo erleben will. Denn sonst bezahlen Sie ein zweites Mal ...