«Lustig ist das Zigeunerleben» sangen wir in unserer Kindheit – nun, die Begeisterung dafür hält sich in Grenzen. Aus den Augen und aus dem Sinn sind uns die Wagabunten gekommen. Nicht der Nebel hat sie verschluckt, sondern die Nicht-Duldung aller bisherigen Standplatz-Eigentümer hält sie auf Trab.

Wir könnten fast wettern, dass sie irgendwann trotz des Räumungsbefehls im August wieder an der Westumfahrung auftauchen. Wobei auch dieses Experiment begrenzt ist. Denn irgendwann, so es das Budget und Stadtbauamt erlauben, wird die Verbindungsstrasse von der Westumfahrung zum «Sonnenpark» doch noch gebaut. Und die führt eben mitten durchs Wagabunten-Sommerdomizil.

Belustigend ist jeweils das Schauspiel am Morgen auf dem Kronenplatz, wenn sich die Handwerker-Lieferwägeli ein Wettparkieren um irgendein Plätzli möglichst nahe bei der «Couronne» liefern. Irgendwann haben es alle geschafft, und dann kommt es nur noch zu Friktionen, wenn die Suteria, die Post, der Geldtransporter der Raiffeisenbank oder Teppich Ziegler auch noch eine Flotteneinheit ins Gewusel schicken.

Beim Beobachten des ganzen Tohuwabohu - stopp, da müssen wir etwas erklären: Das Wort stammt aus dem Hebräischen und bedeutet soviel wie «wüst, leer». Was im Fall Kronenplatz so gar nicht stimmt: Leer ist er nämlich nicht, und wüst trifft auch je länger desto weniger zu.

Dieser Tage hat nämlich das Hotel Krone – pardon natürlich die «Couronne» – die schmiedeisernen Fenstergitter mit güldenem Zierrat erhalten. Wenigstens dieser Lieferwagen ist Geschichte.

Verlustieren kann man sich in der zweiten Novemberhälfte bestens im Kapuzinerkloster, wo der Advent ab Samstag Einzug hält. Dabei ist ganz im Geheimen die Fasnacht für viele Bald-Honolulesen schon schwer ein Thema. Sogar die Gemeinderatskommission musste sich nun mit der wichtigsten, nämlich der fünften Jahreszeit in Solothurn befassen.

Es ging darum, die Freinächte so zu regeln, dass wir auch dann feiern können, wann gefeiert wird. Denn die grossen Kostümbälle am Fasnachtsmontag im Konzertsaal sind längst passée, dafür brauchts keine Freinacht mehr. Man feiert heute in umgepolten Garagen und das vor allem auch vom Samstag auf den Sonntag.

Letzte Fasnacht wollte noch ein Gesetzeshüter in dieser Nacht der langen Messer bereits um 4 Uhr morgens den proppenvollen «Circus Wieduwotsch» schliessen. Nun ist alles bestens. Bis bald, in der Garage!