In der Privatwirtschaft gibt es keine Garantie auf den Arbeitsplatz. Der Stellenabbau gehört zum wirtschaftlichen Alltag; gerade in den aktuell schwierigen Zeiten für Firmen, die als Zulieferer Teile ins Ausland exportieren. Andererseits gehört die Schaffung neuer Jobs auch zum Alltag. Das Gleichgewicht zwischen Ab- und Aufbau gelingt insgesamt nicht schlecht. Davon zeugt die relativ niedrige Arbeitslosigkeit im Industriekanton Solothurn, die trotz Frankenstärke nicht uferlos angestiegen ist.

Firmenschliessungen wie jetzt im Fall der RCT in Balsthal können nicht isoliert einem Einzelfaktor – Wegfall eines Grosskunden – angelastet werden. Der Weg zum Konkursamt bedeutet nämlich, dass mehrere Signale aus dem Markt nicht rechtzeitig erkannt worden sind. Wenn dann wie nun in Balsthal den Arbeitnehmenden über Monate der Lohn verspätet oder gar nicht ausbezahlt wurde, ist das ein Armutszeugnis für das Unternehmertum. Die Verantwortung gegenüber dem Personal, welches von den Chefs jeweils gerne als wichtigstes Kapital einer Firma bezeichnet wird, wird hier nicht wahrgenommen. Entlarvend dazu ist eine Aussage der Mutterfirma Accu: Mit der RCT-Schliessung werde «eine mehrjährige Verlustquelle eliminiert.»

Entlassung ist nicht gleich Entlassung, der Konkurs ist der schlimmste aller Fälle. Die Betroffenen stehen plötzlich vor dem nichts. Kein Geld für einen Sozialplan, grosse finanzielle Unsicherheit, ab sofort ohne Job und keine Vorbereitungszeit für die Arbeitssuche. Die schmerzhaften Folgen sind ungleich verteilt.

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