Kolumne

Dreimal kurz gelacht

Kolumne über die angeblich beste Medizin.

Ich hoffe, Sie haben den gefährlichsten Feiertag des Jahres heil überstanden. Dieser Feiertag hat ja Auswirkungen auf das ganze Jahr, passieren doch fast jeden Tag Auffahrts-Unfälle! Dies nur als launigen Einstieg. Ich möchte Sie nämlich in dieser Kolumne dreimal kurz zum Lachen bringen.

Nachdem in letzter Zeit immer wieder selbsternannte Gesundheits-Talibane à la Ruth Humbel mit der Forderung liebäugeln, man solle Menschen, die «gesund» leben, mit Prämienreduktionen belohnen, warte ich darauf, dass endlich die Besucher meiner Vorstellungen den Ticketpreis von der KK bezahlen lassen können, denn: Lachen ist die beste Medizin. Das ist eine anerkannte Lebensweisheit. Nun, ich warte wohl vergebens. Übrigens, wie soll das «Gesundleben» überprüft werden? Vielleicht mit der chinesischen Software «Wii sii juu», die jeden Schweizer per Gesichtserkennung identifiziert, dabei registriert, was er genau isst, ob er sich bewegt und in welchem Tempo? Lachen ist gesund, heisst es und eigentlich ist es ja meine Kernkompetenz, einen Saal voller Leute zum Lachen zu bringen, das ist mir auch schon mehrere tausend Male gelungen.

Die schwierigste Aufgabe aber war eine Anfrage der «NZZ» für eine Kolumne. Die freundliche Dame antwortete mir auf meine Frage, welches Thema denn gefragt sei: «Keines, bringen Sie uns einfach zum Lachen.» Hui, das ist schnell gesagt! Aber warum soll ausgerechnet ich, den die «NZZ» wohl in einer Kritik eher als «Schenkelklopf-Plumpsack mit Pointen-Durchfall» bezeichnen würde, den «NZZ»-Leser zum Lachen bringen? Gut, ich könnte ihn mal kurz intellektuell beleidigen und ihm den kürzesten Witz erzählen. Bitte anschnallen, hier kommt er: «... äähm ... Dingsheimer ...». Ist das lustig? Nein, sich über Krankheiten lustig machen, pfui!

Ist ein Witz überhaupt lustig? Die «NZZ» würde wohl sagen: «Nur wenn keine Minderheit vorkommt, der Witz dem Menschen einen Spiegel vorhält, der ihm die Perversion seines irdischen Tuns klarmacht und ihn dadurch in den Suizid treibt, dann ist er lustig!» Lachen passiert aber immer spontan, da werden archaische Knöpfe gedrückt, die in Bruchteilen von Sekunden entscheiden, ob der Gesamtorganismus das lustig findet. Applaus hingegen kann man auch aus Mitleid spenden, wenn im Schauspielhaus zum Beispiel, trotz 40 nackter, lesbischer Nonnen auf der Bühne die «Faust»-Inszenierung des hoffnungsvollen Jung-Regisseurs nicht ganz gelang. Ein schallendes Lachen kommt aber immer spontan und ist in dem Sinne ehrlich. Ich war ratlos, denn Humor ist immer ein Dialog zwischen Menschen, die auf gleicher Wellenlänge liegen, so werden 17-jährige, arbeitsfreie Kiffer anderen Humor goutieren als 56-jährige impotente Golfer. Gut, die 17-jährigen Kiffer lesen ja kaum die «NZZ», womit ich aber keinesfalls angedeutet haben möchte, dass die «NZZ»-Leser impotente Golfer ...

Dreimal kurz gelacht, hiess der Titel. Sollten Sie dies bis hierhin schon getan haben, können Sie den Rest überspringen. Ansonsten hier noch ein Versuch mit den neuesten Meldungen:

POST: Nachdem die Post-Stellen schon lange Papeterie-Gerümpel, Handys und Versicherungen verkaufen, wollen sie jetzt auch noch Krankenkassen vermitteln. Langfristig plant die Post auch einen Heirats-Schalter und eine Operationsecke für kleinere ambulante Eingriffe.

WWF: Viele Marder leiden unter Burnout, sie stehen unter totalem Stress, die Umstellung auf Elektro-Autos macht ihnen schwer zu schaffen.

UBER: Plant jetzt noch eine neue Kategorie UBER-TATÜÜ. Da kann sich jeder auch als Ambulanzfahrer betätigen. Einzige Voraussetzung: Auto mit Liegesitzen, ein Pack Pflästerli, und ein Überbrückungskabel zum Defibrillieren mit der Autobatterie.

VATIKAN: Der Papst verkündet, er wäre schon dafür, dass Priester heiraten dürfen,
aber es scheitere meistens daran, dass die Ministranten nicht wollten.

EIDG. STEUERAMT: Da man immer länger arbeiten müsse, könne man ab 2020 den Rollator als Geschäftswagen in Abzug bringen.

KLIMA: Prof. Dr. Köppel meinte an einem Podiumsgespräch, Nord- und Südpol seien völlig selber schuld, dass ihr Eis schmelze, «die sollen zuerst mal ihre Polkappen ausziehen».

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