Rücktritt

Dieser Entscheid passt zu Peter Gomm

Peter Gomm bei einem TV-Interview (Archivbild)

Peter Gomm bei einem TV-Interview (Archivbild)

Regierungsrat Peter Gomm hat entschieden, nicht für eine vierte Amtsperiode zu kandidieren.

Keine Würdigung. Dafür ist es noch viel zu früh, schliesslich sitzt Peter Gomm in seinem exponierten Departement noch bis im Sommer 2017 im Glashaus. Und er wäre nicht der Erste, dem ausgerechnet in der Schlussrunde die Lorbeeren versagt blieben. Beim SP-Mann ist diese Gefahr allerdings klein. Er hat sich in der Vergangenheit nie auf unberechenbare Äste hinausgelassen, ist seiner selbstbestimmten Linie immer treu geblieben und konnte sich stets auf ein feines Gespür für politische Prozesse und deren Akzeptanz in der Öffentlichkeit in verlassen. Kommt hinzu, dass sein Drang im Politzirkus den grossen Zampano in der ersten Reihe zu geben, wenig ausgeprägt ist. Die Fäden in seinem Einflussbereich dagegen, hat er stets straff in der Hand. So auch jetzt, als er darüber entscheiden musste, ob zwölf Jahre in der Kantonsregierung genug sind. Er ist zum Schluss gekommen, dass dem so ist. Damit dürften die wenigsten gerechnet haben.

Keine Spur von Amtsmüdigkeit, zumindest gegen aussen. Zu souverän wirkt er nach wie vor, auch auf der nationalen Bühne, wenn er als Präsident der kantonalen Sozialdirektoren mit brisanten Themen konfrontiert ist, die ihm am Stammtisch keinen Applaus einbringen. Und trotzdem – die wirklich grosse Überraschung ist sein Rückzug nicht. Der Mann tickt eben nicht nach dem gängigen Politikermuster. Ein Erklärungsversuch.

Wie heisst es so schön: Auf dem Höhepunkt sollst du abtreten. Vielfach ein frommer Wunsch. Der leidige Höhepunkt wird allzu oft gar nicht als solcher erkannt, oder aber das Loslassen entpuppt sich mit zunehmendem Alter immer als schwieriger. Das Ego führt Regie. Offenbar nicht bei Peter Gomm. Er wird bald 57, so gesehen hätte er durchaus noch Luft nach oben gehabt. Er hat sich anders entschieden. Was nicht unbedingt im Sinn seiner Partei sein dürfte, zumal auch FDP-Frau Esther Gassler zurücktritt. Die anstehende Zweiervakanz wird die Roten hart fordern. So gesehen hat Gomm nicht nur etwas für sich getan, sondern auch die Partei vor Lethargie bewahrt.

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