Kommentar

Die Sache mit den Maschen

Hilfe aus der Staatskasse für Kleinstunternehmer. (Themenbild)

Hilfe aus der Staatskasse für Kleinstunternehmer. (Themenbild)

Der Kanton Solothurn senkt die Schwelle für Kleinstunternehmen, Überbrückungshilfe einzufordern.

Es war die Volkswirtschaftsdirektorin selber, die vor knapp zwei Wochen sagte: «Wir werden alles daran setzen, dass niemand durch die Maschen fällt.» Ein guter Vorsatz, der nun eingelöst werden muss. Und zwar nicht «nur» gegenüber Unternehmen und Selbstständigerwerbenden, sondern auch gegenüber Menschen mit mehreren Kleinstpensen oder im Stundenlohn. Sie verdienen ihren Lebensunterhalt ohne gesichertes Pensum – entsprechend gefährdet sind sie, wenn Löhne von einem Tag auf den andern nicht mehr oder bloss noch zum Teil bezahlt werden.

Der Kanton Solothurn hat bisher eine gute Falle gemacht, wenn es darum ging, rasch und unbürokratisch (Sofort-)Hilfe zu leisten. Umso erstaunlicher ist es, dass bisher kein Wille ersichtlich ist, um just jenen Arbeitnehmenden, die schon vor der Krise mehr schlecht als recht über die Runden kamen, die nötige Unterstützung zukommen zu lassen.

Es geht hier nicht darum, gewerkschaftlichen Forderungen zum Durchbruch zu verhelfen. Sondern darum, dafür zu sorgen, dass Existenzen nicht zerstört werden. Und dass nach der Krise nicht festgestellt werden muss, dass die Betroffenen in der Sozialhilfe gelandet sind. Das wäre ein Armutszeugnis sondergleichen. Der «Dialog Wirtschaft», an dem die Sozialpartner mit der Volkswirtschaftsdirektorin an einem Tisch sitzen, täte gut daran, dem Problem die Aufmerksamkeit zu schenken, die es verdient. Auf dass niemand durch die Maschen fällt.

balz.bruder@chmedia.ch

Verwandtes Thema:

Autor

Balz Bruder

Balz Bruder

Meistgesehen

Artboard 1