Persönlich

Die Nase voll von den Coronaviren

Sich an das Maskentragen zu gewöhnen ist gar nicht so einfach. (Symbolbild)

Sich an das Maskentragen zu gewöhnen ist gar nicht so einfach. (Symbolbild)

Neulich klagte ein Bekannter, er habe die Nase endgültig voll von diesen Coronaviren. Die Situationskomik, die daraus resultierte, kann man sich ja denken. Also, alles ausser die Nase sei in diesem Fall okay, oder zumindest «handlebar» (wie es so schön heisst auf Neudeutsch), feixte jedenfalls bald jemand.

Aber das, was er eigentlich sagen wollte, beschäftigt mich bisweilen auch. Insbesondere kann ich diese Fanatiker nicht mehr ertragen, die auf Twitter bei jeder Nachrichtenzuckung auf Alarmismus machen. Viele tragen auf ihrem Social-Media-Profil eine Maske – gerade so, als ob man sich beim Anblick ihres Konterfeis anstecken könnte.

Ansteckend ist höchstens ihr Pessimismus. Gepaart mit einem missionarischen Eifer, der wohl nicht eher Ruhe geben wird, bis wir alle im Elternschlafzimmer mit dem Ding rumlaufen (äh, liegen). Die rechthaberischen Diskussionen, die sie auf allen Kanälen anzetteln, sind mir schlicht zuwider geworden. Ich schicke mich zwar ins Maskentragen, dort, wo es unvermeidbar ist. An das Symbol dafür, dass ich auf «unserer» Erde wie ein Astronaut als (womöglich gefährlicher) Fremdkörper unterwegs bin, werde ich mich aber kaum je gewöhnen können.

andreas.toggweiler@chmedia.ch

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