Wusch, und schon ist Aschermittwoch. Doch noch bleibt Zeit. Um die Strassenlaternen von gelb auf normal zu trimmen und die lahmgelegten wieder anzuzünden. Lustigerweise durfte sich die Narrenlaterne über der Suteria im «Gelben Meer» ganz unbefangen von der hellen Seite zeigen. Genauso wie die «drei Hellsten» auf dem Weissenstein. Da könnte doch unser Cheftouristiker innovativ werden: Die drei Kurhaus-Lämpli während der Filmtage in Spiegelei-Dottergelb – das wär doch was. Oder Alt-Ober-Ober Max Kaeser, der sich ohnehin jeden Aschermittwoch auf dem Hausberg am HGL-Böögg zu schaffen macht: Könnte er nicht dafür sorgen, dass dort oben während der Fasnachtszeit eine Lampe rot, die andere grün und die dritte blau glüht? Sozusagen als drei Konfetti am Horizont?

Vergangenheit kann bald das gute alte Solothurn sein. Nicht weil es ohnehin schon Honolulu heisst. Nun, gut, wenigstens den Namen dürfen wir behalten, wenn wir mit Zuchu ins Bett steigen. Das andere ist eine andere Geschichte. Dabei hätte der «Postheiri» schon den perfekten Namen parat, sollte es tatsächlich zur Fusion kommen. Zuchwil ist darin enthalten, Honolulu ebenfalls, und natürlich noch ein Rest Solothurn. Also «Zuluthurn». Wohl lieber nicht. Irgendwie ist da die Assoziation zu «Kaff» drin. Und das wollen wir ja nicht werden, sondern grösser.

Vergangenheitsbewältigungist die Zukunft, das wissen die Fasnächtler. Denn längst haben sie die Zuchler integriert. So laufen die Provinznarren und die Sans-Gêne aus dem fernen Südosten brav am Solothurner Umzug mit. Sie erheben keinen Anspruch auf die UNO-Mitgliedschaft als Stammzünfte, und sie fordern auch kein Umzugsrecht durch Zuchu – sagen wir mal nur in den Schaltjahren. Also jetzt. Dabei wäre das marketingtechnisch gar nicht so schlecht. UNO-Plakettier Toni Armbrust würde wohl ein Sonder-Plagettli in Form eines liegenden Halbmonds auf den Markt werfen. Und einen internen Tauf-Contest vom Gröbsten inszenieren. Es würde Vorschläge hageln: ’s Zuchlerli, ’s Fusiönli, ’s Pisoneli, dann ’s Widi oder halt ’s Birchi. Gott sei Dank dauerts noch drei Fasnachten, bis wieder Schaltjahr ist. Und vorher haben wir ja noch den 28. Februar.

Vergänglich ist die Fasnacht, wie eingangs geschildert. So werden die Gugaaggeri, seit zehn Jahren in Pension, im 50. Jahr seit ihrer Gründung im «Chutz» nochmals feiern. Und tags zuvor letztmals mit ihrer Chessler-Combo durch die Beizen ziehen. Nie aber hätten wir geglaubt, dass es eine Fasnacht ohne Otto gibt. Doch nun hat er kurz vor seinem Lieblingstag das Chesslerhemd abgegeben. Wir werden genau hinsehen, am Donnerstagmorgen beim Bieltor. Er wird uns dort zuwinken, wie immer. Ganz bestimmt. Alles andere wäre nicht Otto.