Kommentar

Der Sack und der Esel

Derzeit darf auf dem Platz kein Alkohol getrunken werden.

Derzeit darf auf dem Platz kein Alkohol getrunken werden.

Auf dem Marktplatz in Grenchen gilt ein Alkoholverbot.

Die Diskussionen rund um die Alki-Szene auf dem Marktplatz wollen nicht abreissen. Die Behörden benutzen die aktuelle Situation für einen weiteren Schachzug. Dies unter dem Deckmantel des Covid-19-Versammlungsverbotes. Nachhaltig dürfte dieser Zug nicht sein, auch wenn er juristisch offenbar wasserdicht ist. Dies zumindest, solange die diversen seuchenpolizeilichen Massnahmen in Kraft sind.
Es mag ja sein, dass die fraglichen Personen sich oft nicht an die Abstandsregeln halten oder halt mal sieben Leute zusammenstehen statt fünf. Fakt ist aber ebenso, dass fast jedermann ohnehin einen weiten Bogen um die ungeliebte Schar macht. Und dies nicht erst seit Coronazeiten. Dafür ist der Marktplatz nun definitiv gross genug.

Was soll also die ewige Denunziererei bei der Polizei, welche dann die undankbare Aufgabe hat, diesen Leuten auf die Pelle zu rücken? Leuten, die notabene in der Regel niemandem was zuleide tun. Ausser dass sie ihre Sucht an einem öffentlichen Ort befriedigen.

Wer diese Menschen aus den Augen haben will, hat ein seltsames Weltbild. Gilt vielleicht gar: Aus den Augen, aus dem Sinn, damit auch die Leichen im eigenen Keller Ruhe geben? Tatsache ist zudem, dass das Problem Grenchens mit sogenannten Randständigen im Vergleich mit anderen Orten klein ist. Und es bleibt dabei: das wahre Gesicht einer Gemeinschaft zeigt sich in ihrem Umgang mit den Schwächsten.

andreas.toggweiler@chmedia.ch

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