Selbstverständlich wird die Pensionskasse des Kantons Solothurn seriös geführt. Sie hat eine ausgeklügelte Anlagestrategie, hat vernünftige Verwaltungskosten, erwirtschaftet in einem schwierigen Umfeld gerade genug, um über die Runden zukommen und leidet derzeit nicht einmal an einer Unterdeckung. Mit Verlaub, das war auch nie unser Thema als wir den kecken Lohnsprung des Direktors und die Schlamperei mit zu wenig erhobenen Risikobeiträgen genauer unter die Lupe genommen haben.

Nun haben die Verantwortlichen doch noch Augenmass bewiesen: Das anvisierte Chefgehalt haben sie leicht zurückgeschraubt und es soll nur einige Monate, statt beinahe eineinhalb Jahre rückwirkend zur Anwendung gelangen. Das Missgeschick mit den vernachlässigten Prämien wird bedauert und korrigiert (in diesem Fall allerdings gar nichts von rückwirkend). Wer sagt›s denn, es geht ja.

Damit ist die Welt wieder in Ordnung. Oder sagen wir mal einigermassen. Denn an der gestrigen Medienkonferenz war schon augenfällig, mit welcher Vehemenz darauf hingewiesen wurde, wie unabhängig von der kantonalen Politik und Verwaltung diese viereinhalb Milliarden schwere 2. Säule mit ihren beinahe 17›000 Versicherten verstanden wird. Die meist angegrauten Herren in den entscheidenden Gremien können, so will es inzwischen der Bund, völlig eigenständig schalten und walten.

Und wer die Nase zu sehr in ihre Geschäfte reinsteckt, dem wird auch schon mal das Delikt Amtsgeheimnisverletzung in Erinnerung gerufen. Nun, das gehört dazu. Etwas anderes allerdings auch: Sollte sich dereinst die Kasse wieder aus einer Unterdeckung befreien müssen und (viel) Geld benötigen – aus welchen Gründen auch immer – wird das Hohelied der Autonomie rasch verstummen. Dann mutieren die Politik, aber auch Stimmbürgerinnen und Stimmbürger wieder zu hochwillkommenen Partnern.

theodor.eckert@azmedien.ch