Also doch! Der EHCO hat im letzten Moment bewiesen, dass er auch anders kann. Dass er sich, wenn es darauf ankommt, wenn er gewissermassen das Messer am Hals hat, den entscheidenden Vorteil erarbeiten kann. Für den Sieg kämpfen, Playoff-Hockey spielen kann. Lange, zu lange fast hatten es die Oltner in der Serie gegen die zähen Walliser mit schnörkellosem Hockey versucht, damit, spielerisch zum Erfolg und dem Erreichen der Halbfinals zu kommen – und beinahe wären sie dabei in Schönheit gestorben. Stattdessen ist man mit einem blauen Auge davongekommen.

Die Oltner haben eine Serie spannend gemacht, welche, nach zwei Siegen zu Beginn, keinen derart dramatischen Verlauf mehr hätte nehmen dürfen. Doch es zeigte sich einmal mehr, wie schnell es gehen kann, wenn man in dieser ausgeglichenen Liga auch nur ein wenig nachlässt. Diesen Vorwurf muss man sich aufseiten des EHCO auf jeden Fall gefallen lassen. Auf einmal war Gegner Visp auf Augenhöhe und hätte beinahe das bessere Ende auf seiner Seite gehabt.

So sehr die Mannschaft in den letzten Tagen – zu Recht – für ihr Nachlassen in der Serie kritisiert worden ist, so hat sie es doch verstanden, im richtigen Moment die vielleicht wichtigste Qualität überhaupt an den Tag zu legen. Sie hat gezeigt, dass sie mit Druck umgehen und eine enge Serie in Spiel 7 zu ihren Gunsten entscheiden kann. Sie ist nicht in Panik verfallen, sondern ist den eingeschlagenen Weg bis zum Ende gegangen. Das beweist, dass die Richtung stimmt und man den kommenden Aufgaben mit einer guten Portion Zuversicht entgegenblicken kann – sofern jeder seine Aufgabe erledigt. Und dass man bereits in den Viertelfinals über die volle Distanz gehen musste und somit bereits einen echten Härtetest erfolgreich absolvieren konnte, ist im weiteren Verlauf der Playoffs nur von Vorteil.