Persönlich

Der Bach in der eigenen Wohnung

Das Wasser lief ins Entrée. (Symbolbild)

Das Wasser lief ins Entrée. (Symbolbild)

Nun, auf dem Programm stand eigentlich das Maderantertal. Ja, genau, jenes wild-romantische Tal, das sich von Bristen bis zum Hüfigletscher erstreckt. Hoch oben thront das historische Hotel. Einer trutzigen Burg gleich. Aber mit sehr, sehr viel Charme. Und mit einer Kapelle für jene, die in den Bergen um ihr Seelenheil bangen.

Leider wurde nichts daraus. Die Wassermassen, die sich über dem Tal ergossen, waren auch mir – bei aller Faszination für besondere Szenerien und leicht unheimliche anmutende Kulissen – zu mächtig. Und so blieb ich halt zu Hause.

Doch was ich da erlebte, konnte es mit dem Maderantertal ohne weiteres aufnehmen. Jedenfalls prasselte der Regen wie eine alttestamentliche Plage aufs Dach. Und irgendwann schien mir, das Wasser bahnte sich seinen Weg wohnungswärts. Was durchaus kein Irrtum, sondern schiere Realität war. Die Dachrinne vermochte die Wassermengen nicht mehr zu fassen. Und so wurde das Entree innert Minuten geflutet.
Was zu beweisen war: Weshalb ins Gebirge ausschwärmen, um tosende Bergbäche zu bewundern, wenn das rauschende Schauspiel nicht vor, sondern hinter der eigenen Haustür zu beobachten ist?

balz.bruder@chmedia.ch

Autor

Balz Bruder

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