Hallenbad Oberdorf

Der Auftrag ist klar

Die Oberdörfer stehen zum Hallenbad und wollen es erhalten. Die Stimmbeteiligung von 75 Prozent zeigt, dass es den Einwohnerinnen und Einwohnern wichtig war, ihre Meinung zu äussern.

Beinahe 60 Prozent legten ein Ja in die Urne ein und sind bereit, 1,6 Mio. Franken zu investieren. Sie wissen, dass damit der Steuersatz bei den heutigen 125 Prozent bleibt und eine Senkung in den nächsten Jahren eher unwahrscheinlich wird.

Der Gemeinderat hatte sich im Vorfeld mit einem Mehrheitsentscheid für die Schliessung des Hallenbades ausgesprochen. Dabei liessen sich die Gemeinderäte vor allem von finanziellen Aspekten leiten. Was richtig ist: Denn der Gemeinderat muss vorausdenken und strategische Entscheidungen treffen. Dass die Bevölkerung anders entschieden hat, nimmt aber keiner der Gemeinderäte persönlich. Denn schon in der Gemeinderatsdebatte zeigte sich, dass es sehr wohl viele Aspekte gibt, die für den Erhalt des Hallenbades sprechen. Der Gemeinderat hielt sich deshalb auch im Abstimmungskampf zurück.

Tatsache ist, dass das Hallenbad in Oberdorf nicht nur von Oberdörfern genutzt wird. Viele auswärtige Vereine und Anbieter mieten das Bad für ihre Aktivitäten und Kurse. In der Zeit, in der das Bad wegen der Sanierung geschlossen ist, wird der Gemeinderat sicher versuchen, die Finanzierung neu zu regeln. Konkret geht es um eine Erhöhung der Einnahmen. Da man die Miete und die Eintrittspreise nicht ins Unermessliche steigern kann, wird man wohl das Gespräch mit den umliegenden Gemeinden suchen. Stadtpräsident Kurt Fluri hat das Problem bereits erkannt und an einer Gemeindepräsidentenkonferenz angesprochen. Das lässt aufhorchen und freut. Denn wieso soll Oberdorf nicht auch von regionalen Beiträgen profitieren, wie dies ein Naturmuseum oder die Kunsteisbahn in Zuchwil tun?

rahel.meier@azmedien.ch

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