Teilrevision des Energiegesetzes? Nein danke! Mit diesem Ausgang war zu rechnen. Die persönliche Prognose im Couvert unter der Schreibtischunterlage lautete 60:40 dagegen. So sicher waren sich nicht einmal dezidierte Gegner des obligatorischen Referendums. Ein FDP-Vertreter meinte noch vergangene Woche im Gespräch, er rechne mit einem äusserst knappen Ausgang. Im schlimmsten Fall kippe es gar ins Ja. Von wegen. Nun kam es noch weit happiger: Ablehnung auf weiter Flur. Man kann es nicht anders ausdrücken: Das Abstimmungsresultat kommt einer schallenden Ohrfeige für sämtliche Befürworter der Teilrevision gleich.

Nach geschlagener Schlacht – so lässt sich der Abstimmungskampf getrost bezeichnen – müssen sich Solothurnerinnen und Solothurner ihren Umgang mit der Energie weiterhin nicht von einem Bürokratiemonster bestimmen lassen. Ende gut, alles gut? Natürlich nicht. Die Gewinner plustern sich zwar auf, derweil sich die Verlierer ratlos die Augen reiben.

Fakt bleibt: Energie, in welcher Form auch immer, ist und bleibt ein kostbares Gut, mit dem man in Zukunft noch haushälterischer umgehen muss. Daran führt kein Weg vorbei. Wissen, tun es (fast) alle. Wenn es ernst gilt, gibt es jedoch immer triftige Gründe, weshalb dies und das nicht geht.

Speziell: Die gestern an der Urne überaus deutlich gescheiterte Vorlage hat das Kantonsparlament erfolgreich passiert. Was also ist schiefgelaufen?

Es hat auf der Pro-Seite am politischen Gespür gefehlt. Die Gegnerschaft hat stets auf Mängel und Schwachpunkte der Revision hingewiesen. Damit ist sie jedoch aufgelaufen. Das hat sich gestern brutal gerächt.

Wir wissen es doch besser: Die Demokratie Schweiz funktioniert nun einmal nicht mit dem Holzhammer. Der politische Konsens basiert auf dem Hinhören, Abwägen, Ausdiskutieren und schliesslich dem Einbinden der Opponenten. Die ignorierte Gegnerschaft wehrte sich vehement. Und letztlich erfolgreich. Die Passivität auf der Gegenseite ist ihr nicht anzukreiden. Nun geht es darum, den oft belächelten Kompromiss zur finden. Richtig: unserer Umwelt und kommenden Generationen zuliebe.

theodor.eckert@azmedien.ch