Kurze Grünphasen, auf die beim Queren des «Bipperlisis» noch länger gewartet werden muss, sind ein nerviger Punkt. Trödelnde Autofahrer ein weiterer, wobei oft auch Angst und Zögern mitfahren, weil undisziplinierte Fussgänger quasi einen Fuss schon oder noch auf der Strasse haben. Und natürlich gibt es noch jene, die sich überhaupt nicht um Fussgängerstreifen oder «rote Männchen» kümmern und einfach quer über den Platz «hühnern». Es heisst also höllisch aufpassen dort, und nervig ists alleweil.

Diese Woche war plötzlich alles anders. Statt Dauerrot und fehlender grüner Welle standen die Ampeln plötzlich auf Orange und Blinke-Blinke. Jeder durfte also fahren – sobald er konnte. Der Mercedes-Fahrer nebenan, auf der Spur Richtung Zuchwil, dachte wohl nur eines: Da vorne liegt Zuchwil – und die Ampel steht nicht auf Rot. Also ab durch die Mitte! Ich hielt den Atem an: Beidseits hatten gerade einige Personen den Fussgängerstreifen betreten. Auch für sie galt orange Blinke-Blinke, aber dennoch Vortritt. Das befürchtete Blutbad blieb gerade noch aus.

Irgendwie zirkelte der «Merz» durch die Leute, ohne jemanden zu erfassen. Fazit: Der Bahnhofplatz ist nervig und riskant für alle, die ihn passieren. Aber ohne Ampel-Steuerung geradezu gemeingefährlich. Denn viele wissen nicht (mehr), wie die Vortrittsregeln bei blinkenden Ampeln funktionieren. Und vergessen, dass Fussgängerstreifen in diesem Fall wieder ganz normale Fussgängerstreifen sind. Mit Vortritt für Fussgänger gegenüber dem Auto – auch wenn dieses endlos warten muss.

wolfgang.wagmann@azmedien.ch