Persönlich

Das Ende zwischen zwei Brotscheiben

Szene aus dem Film "The Great Gatsby" (2013).

Szene aus dem Film "The Great Gatsby" (2013).

Darüber, welche Verfilmung des Literaturklassikers «The Great Gatsby» ist, darf mit Fug und Recht gestritten werden. Für mich, ich geb’s gern zu, ist die jüngste Umsetzung mit Leonardo die Caprio nicht der Höhepunkt der Schöpfung. Aber das ist Geschmacksache. Vor allem wenn man eher vom Geschriebenen als vom Gefilmten her kommt.

Wie ich mich erinnere, was die Fantasiestadt West Egg in der fortgeschrittenen Jugendlektüre für mich war. Dieser Sommer auf West Island, voll von spektakulärer Aufregung, geheimer Bewunderung, Bange um den ebenso exuberanten wie einsamen Protagonisten und seine wundervolle Daisy. Die perfekte Geschichte über die «Roaring Twenties», die F. Scott Fitzgerald vor knapp hundert Jahren geschaffen hat.

Weshalb mich die Erinnerung einholte? . Am vergangenen Samstag war die Neuverfilmung im TV-Programm. Zudem wollte es der Zufall, dass mich gleichentags um die Mittagsstunde Hunger plagte an einem Bahnhof. Und die Sandwich-Bar einen «Gatsby» auf der Karte führte. Den mochte ich mir nicht entgehen lassen. Nicht ohne einen Moment darüber nachgedacht zu haben, was mit Himmelsstürmern, die zu nah an die Sonne geraten, geschieht: Sie landen, bestenfalls, zwischen zwei kommunen Brotscheiben.

balz.bruder@chmedia.ch

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Balz Bruder

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