Alpiq-Aktien

Das Ende einer Liaison

Das Logo der Firma Alpiq (Archivbild).

Das Logo der Firma Alpiq (Archivbild).

Für 3,5 Millionen Franken hat die Stadt Olten ihre rund 50'000 Aktien verkauft. Insgesamt kann die Stadtkasse nach diversen Abzügen noch einen Gewinn von 2,65 Millionen Franken verbuchen.

Die Alpiq ist schon lange nicht mehr, was sie einmal war. Jetzt geht auch die Liaison mit Olten zu Ende. Die Stadt hat ihre Anteile verkauft – verkaufen müssen. Denn die Alpiq will weg von der Börse. Ohne Kleinaktionäre, die einst die Seele des damaligen populären Riesen bildeten. Sie, die auch in den vergangenen schwierigen Jahren dem Unternehmen die Treue gehalten haben, werden nun mit 70 Franken pro Aktie abgespeist.

Auch die Stadt Olten, die jetzt für ihre Loyalität büssen muss. Hätte sie doch bei einem früheren Verkauf der Aktien mehr Geld einstreichen können. Jetzt erhält die Stadt für ihre rund 50'000 Aktien zwar 3,5 Mio. Franken; sie muss aber einen Buchverlust von über 330'000 Franken verbuchen.

In den letzten Jahren hat man sich auf den Steuerämtern von Kanton und Stadt bereits damit abgefunden, dass das Millionen-Manna der Alpiq nicht mehr eintrifft. Der Abstieg des Stromkonzerns begann nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima im März 2011, welche die Energiepolitik nachhaltig veränderte: Atomausstieg, Energiewende, Markteingriffe und -verzerrungen durch die Politik. Neben dem Zusammenbruch der Energiepreise machte der Alpiq eine riesige Schuldenlast aus der Abgeltung von Energieanlagen der EOS im Zusammenhang mit der Fusion zur Alpiq in Milliardenhöhe zu schaffen. Viel wertvolles Tafelsilber musste verkauft werden.

Fazit: Nur 10 Jahre nach der Gründung der Alpiq verschwindet diese von der Börse. Hoffentlich bedeutet das nicht, dass sie bald auch Olten verlässt.

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